Mitteldistanz ??

In den Vorjahren bin ich stets gut damit gefahren in der Vorbereitung auf die Langdistanz nur eine
Olympische Distanz in Erding als Wettkampf zu obsolvieren.
Allerdings habe ich schon immer damit geliebäugelt, auch mal eine Mitteldistanz als Vorbereitungs-
wettkampf zu machen.
Nun bin ich hin- und hergerissen. Soll ich nicht lieber zur Sicherheit am Bewährten festhalten und es bei der OD
belassen? Aber warum nicht einmal etwas Neues wagen und eine MD/ 70.3 machen???
Der späte Termin für den IM Hamburg lädt eigentlich geradewegs dazu ein.
Wenn ja, welchen Wettkampf und mit welcher Intensität? Da es ein Vorbereitungswettkampf sein soll,
doch vielleicht nur mit 85-90% ? Aber ich glaube, dass kann ich gar nicht. Mit einer Startnummer versehen
und somit im Wettkampfmodus gebe ich halt, was an dem Tag möglich ist.

Als Veranstaltung wird von vielen bekannten die 70.3 in Kraichgau sehr empfohlen. Allerdings weiß ich nicht,
ob ich bei dem Streckenprofil auf dem Rad überhaupt die Berge hochkomme (also kann ich die 90% sowieso vergessen;-) .
Ich werde mal schauen, wie ich auf Mallorca so drauf bin und mir hier auch noch ein paar Tipps holen.

Unglaublich

dass die ersten beiden Monate in diesem Jahr schon wieder um sind.
Unglaublich auch, dass ich heute hier zum ersten Mal in diesem Jahr poste.
Ich weiß gar nicht woran es liegt, denn das Jahr 2017 hat mit dem Aktiv-Camp
über den Jahreswechsel sehr gut angefangen. Traditionell bei mir mit dem Lauf
am Neujahrsmorgen. 
Diesmal bei Kälte und gefrorenen Boden, aber auch bei
herrlichen Sonnenschein,
wurde der Fuschlsee umrundet.
20161230_135833
Angefixt durch die schönen Mountainbike Touren durch das leicht verschneite Salzburger Land,
habe ich mir kurz entschlossen, dass sind sowieso die besten Anschaffungen 😉 , zum Schnäppchenpreis ein 29er MTB zugelegt.
20170223_152920

Aber kaum wieder Zuhause hat der Schlendrian Einzug gehalten, zumindest trainingstechnisch.
Irgendwie konnte ich mich einfach nicht aufraffen 😦 . Natürlich kann ich die wirklich viele Arbeit als Ausrede heranziehen, stimmt sogar, aber das zählt nicht wirklich.

Zum Monatsende kam dann noch ein Todesfall in der Familie dazu und so fing das Jahr 2017 leider nicht so gut an.
Aber nachdem das Meiste inzwischen wieder geregelt ist, geht es seit Mitte Februar auch wieder aufwärts.

Das zeigt sich auch an den Wettkämpfen an denen ich im Rahmen der Winterlaufserie im Olympiapark teilgenommen habe. Während ich beim 15 KM-Lauf im Januar noch wirklich schlecht drauf war, lief es beim 20 KM-Lauf Mitte Februar schon richtig gut, bei der 15 KM-Marke war ich vier Minuten! schneller als im Januar und mit einer Zeit von 1:43 Std. war ich dann auch sehr zufrieden 🙂 .  

Da die Temperaturen nun auch langsam wieder wärmer werden, ich bin nicht wirklich für Kälte geschaffen,
gilt es das Versäumte aufzuholen, damit ich mit einer, wenn auch kleinen, Grundlage ab Mitte März ins
Trainingslager nach Mallorca fahren kann 🙂 .
Darauf freue ich mich und werde berichten.

Jahresrückblick 2016

Und schwubs war 2016 schon wieder um. Es ist wohl doch etwas daran, dass im Alter die Zeit schneller vergeht ;-).

Vorab noch etwas, dass mich nachdenklich gemacht hat. In der Zeit vor Weihnachten und zwischen den Jahren war mir aufgefallen, dass viele Menschen im Verwandten- und Bekanntenkreis mit dem ablaufenden Jahr nicht zufrieden waren. Obwohl sie gesund sind,
Familie haben, einen Job, der sie ernährt und auch sonst, keine mir bekannten Rückschläge erleiden mussten. Mir scheint es, dass es einen immer größeren Trend zur allgemeinen, unbegründeten Unzufriedenheit gibt, was ich sehr bedauere.
Dem möchte ich einfach mal entgegen wirken und sagen, ich bin gesund und (halbwegs) fit, habe ein (warmes) Dach über den Kopf, der Familie (wenn ja ziemlich verstreut) geht es gut, ich habe genug zu essen und zu trinken und kann mir und auch Anderen den ein oder anderen Wunsch erfüllen. Mir geht es also richtig gut und 2016 war ein tolles Jahr!!!

So, jetzt aber zum sportlichen Rückblick.

Diesmal Anfang März ohne Erkältung war es eine gute Radwoche im Ironman-Trainingslager und dann noch einmal auf eigene Faust eine Trainingswoche im Mai auf Mallorca.

Malle 052015

Nein, der Füßgänger hat mich nicht überholt!

Das waren die Voraussetzungen um bei der inzwischen vierten Langdistanz, diesmal wieder in Roth, endlich einmal unter die 13 Stundenmarke zu kommen. Was bei angenehmen Temperaturen und mit tatkräftiger Unterstützung durch meine Tochter Denise mit 12:53 Stunden auch gut geklappt hat.
certSoloa4.tmpl-3059-ROUB2190-NJ4W

Im Herbst konnte ich dann mit 47 Minuten über 10 KM und 1:47 Stunden über Halbmarathon endlich mal wieder Zeiten laufen wie seit Jahrzehnten!  🙂 nicht mehr.

Mitte November ging es dann noch nach Kuba zum Marathon und auf Rundreise über diese beeindruckende Insel. Voll bepackt mit interessanten Eindrücken und etwas karibische Sonne im Gepäck ging es dann etwas leichter in das herbstlich, winterliche Deutschland zurück.
img-20161212-wa0008
Um nach den Weihnachtstagen im Kreise der Familie das Jahr in einem Aktiv-Camp mit Nicole und Lothar Leder im Hotel Mohrenwirt am Fuschlsee sportlich ausklingen zu lassen.

Bei weitem überwiegen beim sportlichen Rückblick auf 2016 die positiven Momente und in nackten Zahlen sieht es so aus:

Laufen                    1.825 Km = 165 Std.
Rad                         4.008 Km = 161 Std.
Schwimmen              74 Km =   43 Std.
Ja, ich weiß, meine Aktivitäten im nassen Element sind nicht besser geworden, aber ich habe es  im Gefühl, dass 2017 ein gutes Schwimmjahr werden wird 😉

Zum Schluß noch ein kleiner Ausblick auf 2017.

Mit dem Marathon in Wien am 23.04.2017 und meiner fünften ( und letzten 😉 Langdistanz am 13.08.2017 in Hamburg liegen die beiden Schwerpunkte und Hauptziele fest.
im-hamburg

Das Training hierfür gestalte ich wieder selbst und darüber und über den ein oder anderen Vorbereitungswettkampf werde ich hier berichten.

Also wenn 2017 das Jahr 2016 noch toppen will, muss es sich schon sehr anstrengen. Nur nicht zuviel, denn dann wäre es kaum auszuhalten 🙂

Ich wünsche euch ein spannendes und aufregendes Jahr 2017 mit vielen bewegenden Momenten und vor allem beste Gesundheit.
Update: Leider habe ich gerade den totalen Durchhänger und die wirklich viele Arbeit ist eine gute Ausrede um nicht zu trainieren 😦

Kuba Teil 2

Wegen ordentlich viel Arbeit vor Weihnachten war leider keine Zeit für den Blog und zum Sport.
img-20161212-wa0026
Aber jetzt wie angekündigt hier etwas mehr über Land und Leute und etwas mehr über den Marathon hinaus.
Die Kuba-Reise, mit einem Laufveranstalter, ist am besten in drei Bereiche aufzuteilen, weil jeder Teil für sich mir eine ganz andere Seite von Kuba gezeigt hat.
Die ersten Tage gehörten der Hauptstadt Havanna, ebenfalls mit ganz unterschiedlichen Gesichtern.
Mit fast 3 Millionen Einwohnern natürlich sehr laut und und durch die unzähligen (ur-) alten Fahrzeuge auch sehr stickig. Wenn an der Ampel neben einem einer dieser alten LKW angefahren ist, stand man in einer schwarzen Wolke von Abgasen, was sich beim Laufen noch besonders negativ auswirkte. Ich weiß nicht, was dort getankt wurde, aber unser Heizöl ist Eau de Toilette dagegen. Zum ersten Mal, dass ich unseren TÜV und die ASU zu schätzen wußte ;.) .
Ja, trotzdem sind wir mit einem Oldtimer aus den 50-iger Jahren ( auf Wunsch einer einzelnen Dame im pinken! Cadillac) und offenem Verdeck durch die Stadt gecruist.
20161118_154715
Havanna ist aber auch eine Stadt, die mit schönen breiten Boulevards aufwarten kann und auch mit herrlichen, eindrucksvollen Kolonialgebäuden, die inzwischen z. T. renoviert wurden. Die Stadt ist auf den Tourismus als Haupteinnahmequelle, mit allen Vor- und Nachteilen eingestellt und auch angewiesen. So werden Castro, Che Guevara, aber auch Hemmingway in allen erdenklichen Formen vermarktet.


Wenn man allerdings hinter die Prachtbauten wie dem z. B. dem Kapitol  schaut, sieht man sehr deutlich, dass es an allen Erdenklichen mangelt und in Ruinen, bei denen nur noch die Grundmauern stehen, tatsächlich Menschen wohnen.


Das man bei den Hotels gegenüber dem gewohnten Standard Abstriche machen musste, war im Vorfeld zu lesen. Das in einem 4 Sterne Haus schon mal der Aufzug und auch das Licht ausfallen können und möglichst nicht zu viele gleichzeitig duschen sollten und mangels Geschirr auch nicht alle zur gleichen Zeit zum Essen gehen konnten, kann ich alles noch nachvollziehen. Aber dafür über € 200,- die Nacht zu verlangen, ist dann doch nicht so ganz nachvollziehbar. Da es auch anders geht, haben wir auf der Rundreise erfahren.

Auf der Rundreise über die Insel mit Aufenthalten in Cienfuegos, Santa Cruz und Trinidad fühlte ich mich weit in die Vergangenheit versetzt. Nein, selbst aus meiner Kindheit kannte ich diese Verhältnisse aus Deutschland nicht mehr, höchstens aus alten Filmen. Außerhalb der Städte, auf dem Land sind Pferdekarren noch das wichtigste Transportmittel und Ochsengespanne für die Arbeit auf dem Feld unverzichtbar. Riesige Zuckerrohrfelder werden wieder von Hand mit der Machete abgeerntet. Die Reiseleitung vom kubanischen Ministerium für Tourismus erklärte uns, dass es durchaus auch Trecker und andere landwirtschaftliche Maschinen gab, aber es Anfang der 90-iger Jahre mit dem Zerfall der Sowjetunion schlagartig damit vorbei war. Es gab dann keine Maschinen und auch keine Ersatzteile mehr.
Trinidad hingegen, herausgeputzt für die Touristen, glänzte mit beeindruckenden Villen und Clubs in unmittelbarer Strandnähe.

Der Ortskern ist komplett mit Kopfsteinpflaster, eingeführt aus Boston!, ausgelegt, was besonders am Abend bei entsprechender Beleuchtung sein besonderes Flair entfaltet.
Bei zwei Übernachtungen in sog. Casa Particular konnten wir sehen, was trotz widriger Umstände möglich ist, wenn man den Leuten die Eigeninitiative überlässt. Saubere Zimmer und Bäder mit fließend warmen Wasser und einer Verpflegung die nichts zu wünschen übrig ließ. So sah z. B. die Vitaminzufuhr beim Frühstück aus.
MEDION Digital Camera

Säfte und Kaffee ebenfalls alles frisch zubereitet. Obwohl der Staat hohe Lizenzgebühren für die Privatvermietung verlangt, ist der Drang hier selbst etwas auf die Beine zu stellen, deutlich spürbar.

Zum Ende der Rundreise ging es nach Varadero. Das ist der Touristenort auf Kuba für den Strandurlaub. Hier erstrecken sich auf über 15 Km eine Hotelanlage an die andere und damit ist es hier auch nicht anders als auf den Balearen oder dem spanischen Festland. Allerdings Ende November vlt. doch etwas wärmer 🙂 . Genau das richtige für lange Strandspaziergänge und herrliches Schwimmen im 26° warmen Meer. Es zeigte sich einmal wieder, dass reine Läufer, im Gegensatz zu Triathleten, nicht wirklich gern schwimmen gehen. Ich konnte jedenfalls Keinen dazu gewinnen mit mir die vlt. 500 m bis zur letzten Boje hinaus zu schwimmen 😉 . Zugegeben der Rückweg durch die Wellen war nicht ganz so leicht, aber für mich wäre es eine Sünde gewesen, die Möglichkeit nicht zu nutzen.
Aber auch die schönsten Tage gehen einmal zu Ende und so saßen wir dann auch im Flieger zurück nach Deutschland. Aber dann hatte, wer auch immer,ein einsehen mit uns und wir durften aufgrund eines technischen Mangels am Flugzeug noch einen weiteren Tag auf Kuba verbringen. Leider hatten wir nicht viel davon, denn außer einer weiteren Nacht im Hotel haben wir den Rest der Zeit mit Warten in der Abflughalle verbracht. 😦 .

Fazit: Auch wenn meine Vorstellungen etwas anders waren, so bin ich doch sehr froh diese Reise gemacht zu haben und Kuba als eine Insel mit vielen Gesichtern kennengelernt zu haben. Ich bin mir nur nicht im Klaren, was ich den Kubanern wünschen soll. Auch wenn mit Ende der Castro-Ära das Embargo gelockert oder sogar aufgehoben werden sollte, bedarf es großer Anstrengungen um das Land wirtschaftlich wieder auf die Beine zu stellen.
Hoffentlich gelingt das so, dass auch die Bevölkerung etwas davon hat und nicht nur amerikanische und europäische Großkonzerne davon profitieren.

Danke noch einmal an die neugewonnen Lauffreunde. Es hat mit euch sehr viel Spaß und Kuba noch schöner gemacht (und danke auch für die vielen Fotos) .

P.S.: Sportlich nervt mich die Marathonzeit doch ein wenig. Deshalb ist weit im Hinterkopf die Überlegung, in 2017 doch noch einmal zu versuchen einen Marathon unter 4 Stunden zu laufen 😉 .

Hier noch ein paar Fotos

Cuba libre Der Bericht Teil 1

Ich weiß gar nicht mehr so genau, was der Anstoß für mein Interesse an Kuba war. Ich wollte die Insel im Dreieck zwischen Atlantik, dem Golf von Mexiko und der Karibik mit ihren weißen Stränden, den Oldtimern aus den 50-iger Jahren und der beschwingten Leichtigkeit im Salsa-Rhythmus einfach einmal kennenlernen.
Als ich dann noch mitbekam, dass der Havanna-Marathon im November stattfindet, war sehr schnell klar, dass ich dorthin will 😉
Nach dem ersten Schnee hier bereits im Oktober, der zunehmenden Kälte und vor Beginn der Weihnachtszeit freute ich mich sehr darauf, in diesem Jahr noch einmal Sonne, Strand und Meer genießen zu können.

20161117_081401
Nach gut 11 Stunden Flug, mit Zubringer über Düsseldorf, empfing mich Havanna dann auch mit den eben erwähnten Zutaten.
Trotz des bevorstehenden Marathons wurden die nächsten Tage ausgiebig genutzt, um Kubas Hauptstadt zu erkunden.
Mehr über Land und Leute gibt es dann im 2. Teil.
Bei der Streckenbesichtigung (im Bus 🙂 ) wurde mir klar, dass der Kurs nicht wie angekündigt durchgängig flach war, sondern doch einige Steigungen dabei waren.
Auf der 21 Km Runde waren vier Anstiege, mal kurz und steil, mal langgezogen und nicht ganz so steil, zu bewältigen.
Davon später noch mehr.

20161119_094952
Am Sonntag ging es endlich los. Es ist schon ein tolles Gefühl, morgens um 6:30 Uhr in kurzer Laufbekleidung und bei bereits angenehmen Temperaturen die 300 m zum Start zugehen. Nach den obligatorischen Pre-Start Fotos (folgen) fiel pünktlich um 7:00 Uhr der Startschuss.
Da alle drei Distanzen, die 10 Km, der Halbmarathon und auch der Marathon gleichzeitig gestartet wurden, war es am Anfang noch recht eng auf der Strecke. Fast alle Kubaner/-innen die am Start waren liefen die 10 Km. Beim Blick auf das Schuhwerk war ich schon erschrocken. Völlig durchlöcherte „Laufschuhe“ mit Sohlen, die nicht wirklich mehr vorhanden waren. Gleich daneben allerdings kubanische Teenies in den neuesten Adidas-Modellen.  Diese Gegensätze waren schon echt krass.
Gute 2 Km nach dem Start entspannte sich die Enge auf der Strecke , denn von nun an liefen wir die nächsten 6 Km auf dem Malecon. Der berühmten breiten Uferstraße Havannas, die für den gesamten Verkehr gesperrt war. Hier sollten wir auf der 2. Runde noch besonders Spaß haben 🙂 .
Nachdem wir den Malecon hinter uns gelassen hatten, ging es weiter auf Havannas Straßen, vorbei an einigen Wahrzeichen, wie den Platz der Revolution und dem Kapitol. Hier war das Ziel für den Halbmarathon und für uns wurde die 2. Runde eingeläutet (eine hätte mir auch gereicht 😉 .
Schlagartig wurde es leerer auf der Strecke und zunehmend auch heißer. Auf dem Malecon Stand nun die Hitze bzw. es kam uns ein sehr warmer Wind entgegen. Zum Glück hatte ich mich vor dem Start gut eingecremt 🙂 . Da es an den Verpflegungsstellen nur Wasser (auf der 2. Runde auch mit Frucht-Geschmack) gab, hatte ich ein paar Gels dabei, die jetzt verstärkt zum Einsatz kamen. Das Wasser gab es in handlichen Trinkbeuteln, in die man reinbeißen musste, um an den Inhalt zu kommen.
Da alles half mir nicht wirklich viel, denn ab Km 29 und damit viel zu früh!!!, wurden die Beine richtig schwer 😦 .
Die Anstiege bei Km 31 und Km 34 halfen mit, dass sich die Muskulatur weiter verhärtete.
Nur nicht gehen, nicht gehen, nicht gehen wurde zu meinem Mantra und bis auf die letzten beiden Verpflegungsstellen habe ich es auch durchgehalten nicht zu gehen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das dahinkriechen noch etwas mit laufen zu tun hatte.
Leider blieb auch der erwartete und dringend benötigte Zuspruch der Zuschauer, die an der Strecke standen, aus. Bis auf wenige Ausnahmen, wahrscheinlich die Angehörigen der Läufer, wirkten die Zuschauer eher desinteressiert, tw. auch gelangweilt. Eigentlich ganz im Gegensatz zu dem, was ich mir unter karibischer Lebensart und Begeisterung erhofft hatte. Schade. Etwas heiterte die Stimmung zwischendurch dann doch auf. Das waren die Streckenposten, nicht weil sie uns Läufer euphorisch anfeuerten, nein, weil sie noch per Hand mit Bleistift unsere Startnummern notierten, zum Beweis, dass wir auch tatsächlich am Posten vorbeigelaufen sind 🙂 .
Auf dem Weg zum letzten Anstieg, bei Km 39, habe ich mir selbst klargemacht, dass ich bei einem Ultra wie den Two Oceans oder gar dem Rennsteiglauf, nichts, aber auch gar nichts zu suchen haben, wenn ich bei einem normalen Marathon schon so an meine Grenzen komme.
Info an mich: Falls du mal wieder auf dumme Gedanken kommst, besinne dich auf Km 39 in Havanna!! 😉 
Etwas, was mich im nachhinein noch zum Schmunzeln bringt war, dass mich so ca. 300m vor dem Ziel noch zwei Läufer überholen wollten.
Aber das doch nun wirklich nicht. Ich quäle mich doch hier nicht über Stunden, um dann kurz vor dem Zielbogen überlaufen zu werden.
Ich schwöre ich weiß nicht, wo es ich es noch hergeholt habe, aber ich konnte Beide bis ins Ziel noch auf Distanz halten 😉 .
Dankend habe ich im Ziel die Medaille in Empfang genommen und mich auf die Dusche und ausreichend Kaltgetränke gefreut.

MEDION Digital Camera

Fazit. Bin ich enttäuscht aufgrund der miserablen Zeit von 4:34 Stunden (beim Ironman bin ich im Marathon nicht langsamer)?
Natürlich hatte ich mir aufgrund der guten Zeiten im Vorfeld über die 10 km und dem Halbmarathon mehr ausgerechnet, aber eigentlich war ich froh, das Ding ins Ziel gebracht zu haben. Die sehr erfahrenen Läufer/-innen sprachen von einem Zeitaufschlag von 30 – 35 Minuten gegenüber einem „normalen“ Marathon. Das tröstet mich nicht wirklich, muss es aber auch nicht. Insgesamt war der Havanna-Marathon eine sehr interessante Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Teil 2 mit etwas mehr über Kuba folgt in Kürze.

Gut vorbereitet ???

Wie immer stellt sich vor größeren sportlichen Ereignissen die Frage,
ob man tatsächlich gut vorbereitet und den kommenden Anforderungen gewachsen ist.
Ob man alles dafür getan hat, um am Tag X seine bestmögliche Leistung abrufen zu können.
Wie bereits angedeutet habe ich mich in der Vorbereitung auf den Havanna-Marathon auf
das reine Lauftraining beschränkt und bin doch tatsächlich im Oktober keinen Meter radgefahren oder geschwommen. Und das war echt ungewöhnlich, denn obwohl auch in den Vorjahren das Schwimmen und Radfahren im Herbst naturgemäß etwas weniger wurde, ein bisschen was ging immer.
Auf das geliebte Schwimmtraining habe ich deswegen schon verzichtet, um nicht Gefahr zu laufen mich vor Havanna zu erkälten 😉 🙂 .
Trainiert habe ich wieder nach einem selbstgestrickten Plan (als erfahrener Läufer kann man das machen :-), den ich nicht immer ganz einhalten konnte, da arbeitsmäßig tw. die Hölle los war. Trotzdem kamen im Oktober 253 Laufkilometer zusammen und ich denke, dass die Vorbereitung ausreichend ist.
Auch wenn ich den Marathon nicht mit Scheuklappen, wie bei meinen sonstigen Wettkämpfen, laufen werde, sondern auch das ganze darum herum genießen will, so ist es dennoch ein Wettkampf bei dem eine gewisse Leistungsanforderung bei mir vorhanden ist.
Sonst könnte ich ja auch einfach gemütlich am Strand joggen.

Die Marathonvorbereitung hat mir mal wieder klar gezeigt, was für mich wichtig ist. Der letzte Sonntag war wieder ein schönes Beispiel dafür, dass Ziele für mich essenziell sind
um Sport zu betreiben. Natürlich würde ich auch ohne Ziel den einen oder anderen Lauf machen, aber bestimmt nicht 2 1/2 Stunden bei 2° im Schneeregen und im Matsch rumlaufen. Es waren auch nur ganz wenige Menschen (und Hunde) bei dem Wetter im Wald unterwegs.

Umso mehr freue ich mich, dass es nun bald in die Sonne geht. Zuerst mit dem Marathon bei angenehmen 29° und dann weiter um Land und Leute erkunden in Havanna und auf der Kuba-Rundreise.
Ich bin schon sehr gespannt, ob meine (hohen) Erwartungen an die Karibik-Insel auch erfüllt werden.

 

Premiere

Ich bin selbst Schuld.
An all dem, was ich mir in letzter Zeit aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis und
auch von Kollegen alles anhören durfte.
Dabei kann ich gar nichts dafür. Die Ironman Organisation ist schuld.
Denn wer kann schon widerstehen an der Premiere, noch dazu in Deutschland,
eines Ironman teilzunehmen.
Ich jedenfalls nicht 🙂  Und so bin ich mir selbst untreu geworden bei dem Vorsatz
das 2016 meine letzte Langdistanz gewesen sein sollte.
Dabei habe ich es mir wirklich nicht leicht gemacht. Hin und her überlegt. Für und Wider
abgewogen und zu dem Entschluss gekommen, dass, wenn es mit der Anmeldung klappt,
ich nächstes Jahr bei der Premiere in Hamburg dabei bin.
Der Hype in den sozialen Medien war schon beachtlich und lange vor der offiziellen
Anmeldung kamen täglich Infos von Triathleten die aufgrund irgendeines VIP-Status ihre
Anmeldung vorab schon sicher hatten. Es sah wirklich so aus, dass die Startplätze knapp werden und man sich schon gleich bei der Öffnung der Anmeldung direkt einen Platz sichern musste.

Kurzerhand hatte ich eine Kollegin verpflichtet, die deutlich schneller auf der Tastatur ist als ich, ihre Mittagspause zu opfern und sich parallel für mich mit anzumelden 😉 .
Bei ihr hat es dann auch geklappt und so bin ich für den
1. ! Ironman in Hamburg am 13.08.2017 angemeldet.
im-hamburg

Was hat mich da nur wieder geritten?? War ich von allen guten Geistern verlassen??
Ich war dann doch etwas erschrocken über mich und erst so langsam dämmerte es mir,
auf was ich mich da wieder eingelassen habe.
Dabei hatte ich mich doch schon darauf eingestellt in 2017 die Trainingsumfänge deutlich
zu reduzieren und ab und zu mal von der Couch zu grüßen!
Es gelingt mir immer wieder einmal mich selbst zu überraschen 😉 .
Aber hey, man hat nicht ganz so oft die Gelegenheit bei der Premiere eines Ironman
dabei zu sein. Wenn diese dann noch im eigenen Land ist, dann mach ich es halt noch einmal!

Also stellt euch darauf ein, hier weiter von langen Trainingseinheiten, Schwimmtraining im zu engen Neo 😉 usw. zu lesen.

Aktuell bin ich mitten in der Vorbereitung für den Havanna-Marathon und ich muss sagen die langen Solo-Läufe um die 3 Stunden sind auch wieder eine ungewohnte Belastung.
Mit Aussicht auf die Tage in der Karibik läuft es sich dann aber schon ein bisschen leichter 🙂 🙂 .