La Santa, Lanzarote

und diesmal kein Trainingslager, sondern „nur“ ein bisschen Sport
nach Lust und Laune im La Santa Sports Club auf Lanzarote.


Es war schon einmal ein toller Vorgriff auf den Frühling, der hoffentlich
jetzt auch bald bei uns Einzug hält. Temperaturen zwischen sonnigen 20° – 24° mit strahlend blauem Himmel ließen mein Herz sofort höher schlagen. Es bestand dabei akute Sonnenbrandgefahr, da man (ich) durch den Wind die Sonne nur abgemildert gespürt hat.
Wobei wir damit bei meinem Lieblingsthema sind. Der Wind war immer und überall und kam in der Regel direkt von vorn 🙂 . Ich dachte es wäre nicht möglich, aber vlt. weil sie die nördlichste Insel der Kanaren ist, bläst der Wind auf Lanzarote noch stärker als auf Fuerteventura.
Die Radausfahrten hielten sich auch etwas in Grenzen, denn wenn man selbst bergab noch richtig treten und aufpassen muss, dass einem das Vorderrad nicht weggepustet wird, kommt nur bedingt Freude auf.


Deswegen und wegen des anstehenden Two Oceans Lauf bin ich dann doch mehr im Gelände gelaufen.
Selbst beim Schwimmen im Becken verursachte der Wind richtigen Wellengang, unglaublich!
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Wie angekündigt habe ich aus dem vielfältigen Angebot auch andere, z. T. für mich neue, Sportarten ausprobiert. So habe ich z. B. seit vielen Jahren einmal wieder bouldert und ja, ich konnte es tatsächlich noch, nur die Unterarme haben hinterher ordentlich gebrannt. 😉 Von den Yoga- und Pilateskursen hatte ich mir etwas mehr versprochen, aber bei den vielen Teilnehmern kann man nicht Jedem gerecht werden. Interessant war für mich die Einführung ins Cross-fit. Ich kann jedem, der neue Muskeln an sich entdecken möchte, nur empfehlen einmal so richtig Cross-fit zu machen. Der Ganzkörpermuskelkater ist garantiert 😉 .


So vergingen die sechs Tage wie im Flug und schon saß ich wieder
im Flughafen und warte auf den Rückflug.
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Der Resturlaub war gut angelegt und ich habe mich gut erholt und bin schon wieder bereit für weitere Dummheiten 😉 .
Aber das sollte ich auch, denn in schon weniger als drei !! Wochen stehe ich (hoffentlich)
an der Startlinie zum Two Oceancs . Bis dahin kann ich noch ein paar Laufkilometer sammeln, bevor es in Richtung Südafrika geht (so langsam werde ich doch aufgeregt ).

Abschließend noch die Info an mich: Du willst keinen Triathlon auf den Kanaren bestreiten (allerhöchstens über die Volksdistanz 😉 ) !
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Zu guter Letzt noch eine Anekdote zum Wind. Da wir auf dem Rückflug ausgebucht und auch voll beladen waren, mussten wir aufgrund heftigen Gegenwindes 🙂 eine außerplanmäßige Zwischenlandung in Sevilla einlegen, um dort nachzutanken!

Lanzarote

In den Jahren in denen ich mich auf eine Langdistanz vorbereitet habe, bin ich jeweils im März zum Trainingslager auf Mallorca gewesen. Darüber, dass es meistens sehr viel Spaß gemacht hat, aber auch anstrengend war und das Wetter nicht immer mitgemacht hat, habe ich hier berichtet.
Umso gelassener kann ich es jetzt angehen, vor dem Hintergrund, dass nicht möglichst viele Rad-Km gefahren werden müssen:-) .
Diesmal geht es nicht nur etwas weiter südlich und hoffentlich auch zu angenehmen Temperaturen nach Lanzarote, sondern ich freue mich auch darauf, einfach einmal Sport machen zu können, wann und zu was ich gerade Lust habe.
Natürlich zählen die Triathlon-Sportarten dazu, besonders das Laufen als Vorbereitung für den Two Oceans. Aber bei dem riesigen und vielfältigem Angebot im La Santa Sports bin ich schon sehr gespannt neue Sportarten wie z. B. Kajak fahren im offenen Meer, kennenzulernen.

Ich musste erst einmal bei der Familie nachfragen, wann wir die letzten Male im La Santa Sports Urlaub gemacht haben. Tatsächlich war das Mitte der 90-iger und Anfang des neuen Jahrtausend der Fall. Das hört sich schon krass an, aber es ist auch schon echt lang her, wenn man bedenkt, dass meine Tochter Denise damals zwischen 5 und 14 Jahre alt war.
Oh man ich bin alt geworden 🙂
Natürlich hat sich der Club in der Zeit auch deutlich weiterentwickelt. So sind z. B. aus damals einem 50m Wettkampfbecken, heute drei Becken geworden. Auch sonst scheint alles sehr gut restauriert und modern geworden zu sein.
Geblieben ist das bereits erwähnte unglaubliche Angebot an Sportarten und die hohe Dichte von Profisportlern, die sich hier auf ihre Saison vorbereiten und zu einer ganz besonderen Atmosphäre beitragen.

La Santa

Quelle La Santa Sports

Ich freue mich sehr auf ein paar sonnige Tage Resturlaub. Sicherlich auch verbunden mit einigen nostalgischen Erinnerungen .

Startschwierigkeiten

Das Jahr 2019 hat tatsächlich etwas holperig angefangen.
Wie berichtet bin ich Anfang Januar aus Japan zurückgekommen,
mit der festen Absicht nun richtig ins Langlauftraining einzusteigen.
Schließlich findet einer der Saisonhöhepunkte bereits am 20.04.2019
in Südafrika statt.

Es ging auch gut los und langsam und kontinuierlich sollten die Läufe am
Wochenende längenmäßig ausgedehnt werden. Zeitgleich hat es ab Anfang Januar
hier angefangen zu schneien und das richtig heftig.
Soviel Schnee habe ich hier in den letzten Jahren noch nicht erlebt. Früher habe ich es genossen im frischen Schnee zu laufen und die herrliche Winterlandschaft in mich aufzunehmen. Aber diesmal war es einfach zu viel Schnee auf einmal.
Der erste geplante längere Lauf im Wald endete damit, dass ich fast knietief im Schnee eingesunken bin und ich nicht die Kraft hatte bei diesen Bedingungen Kilometer zu machen 😦 .
Beim zweiten Versuch war der Schnee dann so gefroren, dass es zwei Schritte vor und einen Schritt zurückging. Aber in erster Linie war es einfach zu gefährlich auf dem teilweise blanken Eis zu laufen 😦 .
Aber da ich ja lernfähig bin, habe ich mir am dritten Wochenende eine Weg entlang der Bahnlinie gesucht und auf dem geräumten Radweg war endlich wieder richtiges laufen möglich. 🙂 .
Bei herrlichem Wetter hat es Spaß gemacht und ich konnte den Lauf richtig genießen.
Bis, ja bis ca. Km 15. Ab da machte mir die rechte Wade wieder zu schaffen. Es ging nur noch ein paar Meter und dann ging fast gar nichts mehr. Notgedrungen beschloss ich den Rest nach Hause zu gehen. Nur dieser Rest waren noch 6 ! Kilometer und beim Gehen wurde es auch nicht besser. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als langsam nach Hause zu trotten 😦 . Diese 6 Kilometer haben mir dann wohl den Rest gegeben. Zuhause angekommen konnte ich dann gar nicht mehr auftreten. Leider wurde das in den nächsten Tagen auch nicht viel besser 😦 .
Nun kannte ich die Probleme mit der Wade ja schon aus der Vorbereitung zum Berlin-Marathon.
Wobei ich nicht einmal genau sagen kann, ob es direkt die Wade ist.  Irgendwo zwischen Ende Achillessehne und Anfang Wade war der Schmerz.
Den Arztbesuch habe ich mir geschenkt, weil er sicher auch nicht mehr als die „Beine hochlegen“ vorgeschlagen hätte. Da ich wusste, dass eine Woche Ruhepause nicht ausreichen würde, mir aber zwei Wochen Ruhe zu lang waren, gab ich mir 10 Tage absolute Laufruhe. In diesem Zeitraum fiel dann auch eine Wurzelbehandlung mit Antibiotika. Gutes Timing würde ich sagen 😉 .
Anschließend fing ich langsam wieder an und zwar zuerst auf dem Laufband, um notfalls abbrechen zu können, ohne einen langen Heimweg zurück zu müssen 😉 .
Aber es ging schon ganz gut, nur zum Ende der ersten Einheit war noch leicht etwas zu spüren.
Nur einmal so zwischendurch. Ich weiß wieder warum ich es vermieden habe auf dem Laufband zu trainieren. Es ist todlangweilig und ich schwitze schon bei moderatem Tempo wie sonst nie. Es geht doch nichts über das Laufen in der Natur!

Inzwischen habe ich mich auch wieder herangearbeitet und am Sonntag bei Sonnenschein und angenehmen 13 Grad, war es ein Genuss endlich wieder im Wald laufen zu können. Die 28 km gingen hervorragend, ohne Zipperlein, wenn gleich noch im relativ langsamen Tempo.

Wie ich allerdings in knapp sieben Wochen das doppelte an Kilometern laufen soll ist mir noch nicht so ganz klar 🙂 .
Ich komme aber auch immer auf komische Ideen 🙂 .
Als ich mich entschlossen hatte, den Two Oceans zu laufen war ich noch relativ entspannt. Es waren ja auch noch reichlich Monate Zeit bis zum Wettkampf. Aber so allmählich macht sich schon etwas Unruhe breit, wie ich diese Distanz überhaupt bewältigen kann. Mindestvoraussetzung ist, dass ich mein Trainingsprogramm ohne weitere Störungen durchziehen kann und im Wettkampf werde ich dann einfach einen Fuß vor dem anderen setzen 🙂 .

Jahresrückblick 2018 (etwas verspätet ;-)

Etwas verspätet deshalb, weil ich dachte es lohnt sich nicht wirklich.
Das erste Jahr ohne Langdistanz und dann war noch aufgrund des Schulterbruchs,
im Januar beim Skifahren, im 1. Halbjahr kein wirklich strukturiertes Training möglich.

Über was sollte ich da noch berichten können?

Als ich mir dann doch meine Jahresendstatistiken angeschaut habe, war ich überrascht was in der 2. Jahreshälfte doch noch zusammengekommen ist. 🙂
Das lag nicht nur an diesem Heldensommer 2018, sondern ich hatte glaube ich auch etwas Nachholbedarf  i. S. Wettkämpfe.
So war Mitte Juli die Olympische Distanz beim ITU Word Triathlon in Hamburg nicht nur ein guter Wiedereinstieg für mich, sondern auch insgesamt ein toll organisierter Wettkampf, mit einem total (norddeutsch) begeisterten Publikum. Sogar mit den Schwimm- und Radzeiten war ich mehr als zufrieden, zumal ich beide Disziplinen vorher nur wenig trainieren konnte. Zum Glück konnten wir auch noch herrlich in der Alster schwimmen, ganz im Gegensatz zu der Ironman-Veranstaltung bei der zwei Wochen später das Schwimmen aufgrund zu starker Blaualgenbildung abgesagt werden musste.
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Im August stand dann mit dem Fuschlseecrossing etwas besonderes an. Bei den 4,2 km schwimmen, aus denen ich dann  4,5 Km gemacht habe, war dann doch deutlich spürbar, dass mir in der Vorbereitung einige Schwimm-Km gefehlt haben. Beim Lauf am nächsten Tag um den See bin ich durch das profilierte Gelände und dem rutschig, matschigen Untergrund heftig umgeknickt. Aber außer einer farblich interessanten Schwellung war zum Glück kein weiterer Schaden entstanden und mit ein paar Tagen Ruhe ging es dann auch wieder.


Einen längeren Ausfall hätte ich auch nicht gebrauchen können, denn Mitte September stand mit dem Berlin-Marathon das Wettkampf-Highlight des Jahres kurz bevor. Die Einzelheiten über die gewünschte Zielzeit und deren Verfehlung kann man hier nachlesen. Den Berlin-Marathon nach genau zwanzig Jahren wieder laufen zu können/dürfen, war für mich schon ein ganz besonderes emotionales Erlebnis 🙂 . Aufgrund von einigen Zipperlein in der Vorbereitung war ich froh, überhaupt am Start sein zu können. Für das Ziel, einmal noch unter vier Stunden zu laufen, hat es nicht gereicht.
Und man muss sagen mit 4:03:29 hat es deutlich nicht gereicht. 😦


Nachdem auch der Halbmarathon in München aufgrund einer Rippenprellung ( was war bloß los dieses Jahr?? ) nicht optimal gelaufen war, bot sich mir doch noch eine unerwartete Gelegenheit das Wettkampfjahr 2018 zufriedenstellend zu Ende zu bringen.
Ich hatte die Möglichkeit für einen Freistart beim Frankfurt-Marathon und ohne lange zu überlegen, habe ich diese Chance ergriffen. Als ich dann doch einmal darüber nachgedacht hatte (das sollte ich vielleicht künftig einmal vorher tun 😉 ) , wurde mir klar, dass es der zweite Marathon innerhalb von sechs Wochen ! war und ich überhaupt nicht einschätzen konnte, was da auf mich zukam.
Das es ein richtiger Kampf wurde, ist hier beschrieben, aber es hat sich gelohnt.
Mit 3:58:57 Std. hatte ich es dann tatsächlich noch einmal geschafft !!

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So wurde es mehr als ein versöhnlicher Abschluss und der besondere Zieleinlauf in die Frankfurter Festhalle wird mir stets in guter Erinnerung bleiben 🙂 .

Mit neun Wettkämpfen in der zweiten Jahreshälfte war 2018 dann doch ein richtiges Sportjahr, für das sich dieser kleine Bericht dann doch gelohnt hat 😉

Jahreswechsel in Japan

Ja, ich bin diesmal etwas früher ins Neue Jahr gestartet, als das ich es in Deutschland
hätte können.
In unserer Winterzeit ist Japan 8 Stunden voraus und so konnte ich schon mal vorab
testen, wie 2019 sich so anfühlt 🙂 🙂
Da meine Tochter den dringenden Wusch verspürte mit ihrem Vater zusammen ins neue Jahr zu gehen, machte ich mich also am 27.Dezember auf den Weg in Richtung Osten. Nicht nur, das ich zum Geburtstag als Geschenk die Flüge bekommen habe, zu Weihnachten gab’s noch ein upgrade auf die Business Class dazu. Während es auf dem Inlandsflug von München nach Frankfurt noch keine gravierenden Unterschiede zur Economy Class gab, so waren die Unterschiede auf dem Langstreckenflug schon extrem. Ich will hier gar nicht alles aufzählen, denn über kein anstehen bei der Sicherheit und beim boarding, über den Aufenthalt in den Lounges, bis hin zu allen Annehmlichkeiten an Bord, ist es einfach eine ganz andere Form vom Fliegen. Es war ein besonderes Erlebnis und das alles einmal miterlebt zu haben dafür bin ich sehr dankbar.

Da ich auf meinen beiden Japanreise 2012 und 2017 schon einiges von Tokyo gesehen hatte, wollten wir uns diesmal Osaka, Kyoto

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und besonders Okinawa anschauen. Da Denise alle drei Orte bereits kannte, war die Reise wieder perfekt von ihr vorbereitet und eine Sehenswürdigkeit reihte sich an die andere.

Gelandet sind wir fast zeitgleich in Osaka und hier empfing uns beide der erste Schnee in diesem Winter 🙂 .
Osaka selbst ist eine sehr moderne Stadt. Eine Wirtschaftsmetropole mit beeindruckenden Bauwerken, neben Wolkenkratzern
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im Kontrast zu Schlössern

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Osaka Schloss

und Schreinen und achtspurigen ! Einbahnstraßen.
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Mit seinen ca. 3 Millionen Einwohnern ist Osaka gegenüber dem wuseligen Tokyo doch schon deutlich entschleunigt.

Dann ging es weiter in die ehemalige Haupt- und Kaiserstadt nach Kyoto. Hier reihte sich tatsächlich ein Schrein, Tempel und Pagode an die andere. Ein wahre Schatzkiste an Sehenswürdigkeiten z. B.

Der Kiyomizudera-Tempel ist, wie einige andere in Kyoto, Weltkulturerbe.
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Der Kinkakuji Tempel, mit echtem Gold verkleidet
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sowie den Fushimi Inari Schrein mit über tausend roter Toris
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um nur Einige zu nennen.

Von soviel Kultur und Historie ziemlich beeindruckt machten wir uns dann auf den Kurztrip und hüpften nach Okinawa (insider Karate Kid 😉 ) um ein wenig Sonne zu tanken. Und tatsächlich, nur zwei Flugstunden entfernt, hatten wir traumhaftes, sonniges Wetter und Temperaturen von 22° ! Mit herrlichen Ständen einfach nur
zum Genießen. 🙂

Wieder aufgewärmt verbrachten wir noch je einen weiteren Tag in Kyoto, besonders das „alte “ Kyoto wollte ich auch noch sehen (es gab immer noch Tempel und Schreine die wir noch nicht besucht hatten ;-),
und einen Tag in Osaka zum shoppen, bevor es dann wieder mit einem langen, aber angenehmen Rückflug s.o. , zurück nach Deutschland ging.

Und was war sportlich??

Ich hatte mir vorgenommen, wie bei meinen beiden anderen Japanaufenthalten, zumindest wieder einiges laufend zu erkunden.
Leider ist nur ein 8 Km-Lauf am Ufer des Yodo River in Osaka dabei herausgekommen. Knieschmerzen, evtl. von unseren täglichen Wanderungen von bis zu 25 Km?? und ein leichter Anflug von Erkältung, hielten mich von weiteren Läufen ab 😦 .

In München erwartete mich dann richtiger Winter und im Verlauf der nächsten Tage mit soviel Schnee, wie ich es hier noch nicht erlebt hatte.

Im Vergleich zum Start in 2018 mit dem Schulterbruch, war der Start in 2019 natürlich tausendmal besser und macht große Lust auf mehr!!!

Künftig geht es hier wieder sportlich weiter, denn schließlich wartet ja ein ziemlicher Brocken am Ostersamstag auf mich 😉

November und neue Ziele

November-Blues
Eigentlich nicht wirklich.
Oder doch?
Ein klein wenig?
Fakt ist, nach dem für mich doch erfolgreichen Frankfurt-Marathon war erst einmal
die Luft raus. Das war das letzte größere Rennen in diesem Jahr und damit ist auch die Wettkampfsaison 2018 (bis auf den Nikolauslauf im Rahmen der Winterlaufserie) gelaufen.
Also Zeit zum relaxen, Kräfte sammeln, neu ausrichten und auch die Saison 2019 planen.
Anfang November bin ich dann auch nach längerem Überlegen in ein Fitness-Studio eingetreten.
Zum Einen, weil ich von verschiedenen Seiten gehört habe, dass es in meinem Alter nun doch sehr, sehr wichtig ist ein ergänzendes Krafttraining zu betreiben und zum Anderen, weil das Studio auch ein 25m Schwimmbecken hat.
Nach Feierabend habe ich ein Probetraining absolviert und danach das Schwimmbecken ausprobiert. Nachdem ich fast die ganze Zeit eine Bahn für mich allein hatte, war schnell klar, dass es für mich das richtige Studio ist 🙂 .

Trotzdem befiel mich Anfang November eine tiefe Trainingsunlust , der ich mich dann auch erst einmal hingegeben habe 😦 .
Ich bin zwar weiter ein wenig gelaufen und auch geschwommen, aber das ich wirklich Bock auf’s trainieren hatte, kann ich nun wirklich nicht sagen. Das aufraffen war dann auch mal mehr, mal weniger erfolgreich 🙂

Es wurde mir wieder einmal sehr deutlich, dass ich richtig konkrete Ziele brauche, damit ich mich von der Couch erhebe und meinen, inzwischen an Gewicht zugelegten, Körper in Bewegung bringe.
Also habe ich geschaut, recherchiert und in den tiefen des Internets nach lohnenden Zielen Ausschau gehalten.
Eigentlich habe ich schon lang einen Wettbewerb ganz oben auf meiner Liste stehen, den ich sehr gern machen würde. Zeitlich überschnitt sich dieser Wettbewerb, der immer Ostersamstag stattfindet, oft mit familiären Verpflichtungen Anfang April.
Da nun im nächsten Jahr Ostern erst später im April stattfindet war diese Hürde schon einmal genommen.
Die zweite Hürde ist allerdings mindestens ebenso hoch. Es handelt sich bei dem Wettbewerb um den Two Ocean Ultralauf mit 56 Kilometern!

two oceans
Nach jedem Marathon war es so, dass ich keinen einzigen Meter mehr als die geforderten 42,195 Meter mehr laufen wollte 😉 und auch keinen Meter weiter laufen konnte!!
Wie in aller Welt soll ich dann 56 Km schaffen?? Das ist genau ein drittel Marathon nochmal oben drauf! Hinzu kommt, dass die fast 1.000 Höhenmeter, wie das Streckenprofil zeigt, erst ab Km 30 so richtig losgehen. Etwas, was man und ich schon gar nicht, auf der zweiten Hälfte der Strecke braucht.
Ich hatte also und habe immer noch gehörig Respekt vor der Länge und dem Streckenprofil.
Bring Streckenprofil

Die dritte Hürde war der nicht unbeträchtliche finanzielle Aufwand. Denn wenn ich so eine Reise mache, wollte ich die vom Reiseveranstalter angebotenen Anschlussreisen in den Chobe-Nationalpark
as-chobe
und zu den Viktoriafällen gern mitnehmen.
Da hätte ich also schon einmal rechtzeitig mit sparen anfangen sollen 🙂 .

Aber hey, nächstes Jahr steht der runde Geburtstag an. Ein guter Grund und wenn nicht dann, wann überhaupt 😉 .
Ich habe mit dem Reisebüro noch etwas hin und her verhandelt und dann aber verbindlich festgemacht, sodass es nächstes Jahr im April nach Südafrika, genauer gesagt nach Kapstadt, geht und am Ostersamstag der Two Oceans Ultralauf auf dem Programm steht.

Das ist ja mal ein Ziel, dass allen Anforderungen entspricht und außerdem soll man sich ja auch mal hohe Ziele setzen 😉 .

Jetzt muss ich mich erst einmal informieren, wie man für so einen Ultralauf trainiert. Eines ist sicher, ich sollte mich schleunigst vom Sofa erheben 🙂 🙂 🙂

Frankfurt Marathon

Der Frankfurt-Marathon war irgendwie schon ein bisschen Wundertüte für mich.
Sollte er doch nach dem Berlin-Marathon, wo es nicht geklappt hat, noch einmal ein Versuch sein die 4 Std. zu unterbieten.
Sechs Wochen lagen zwischen Berlin und Frankfurt und mit einer Woche Regeneration nach Berlin und eine Woche tapering vor Frankfurt blieben noch vier Wochen für’s Training übrig.
Dumm nur, dass ich mir Anfang der zweiten Trainingswoche eine ordentliche Rippenprellung zugezogen hatte und jeder Atemzug schwer fiel.
Als geplanter Vorbereitungslauf stand am 14.10. der Halbmarathon in München an und ich dachte in den eineinhalb Wochen bis dahin wird das mit der Prellung schon gehen.
Ging es auch. Jedenfalls die ersten 5 Kilometer, danach war es eine echte Quälerei und die 21 Km wurden so richtig lang. Danach war es heftiger als zuvor und atmen und den Arm anheben war schwierig und auf husten und niesen sollte ich besser ganz verzichten 😦 .
Somit waren die Trainingsläufe, wenn überhaupt, nur noch sporadisch und sehr kurz möglich.
Dennoch wollte ich an dem Wochenende vor Frankfurt noch einen längeren Lauf von 20 km versuchen, auch wenn man so kurz vor dem Marathon nicht so lange laufen sollte. Aber ich wollte einfach spüren was überhaupt geht. Dieser Testlauf war dann anfangs ganz o.k , aber mit zunehmender Dauer nahmen die Schmerzen weiter zu. Den Rat von Freunden und Bekannten, nun mal doch einen Arzt aufzusuchen, wollte ich nicht folgen, denn was dabei herauskam, nämlich Ruhe und schonen, hätte mir nicht so gut gefallen.
Außerdem hatte ich ja noch eine ganze Woche, um mich weiter zu erholen 😉 .

So war es nicht weiter verwunderlich, dass ich mich Samstagmorgen mit sehr gemischten Gefühlen in Richtung Frankfurt auf dem Weg aufmachte.

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Bei der Startnummernabholung auf der Marathonmesse hatte ich mich mit guten Freunden aus den Trainingslagern und den gemeinsamen Ironman-Wettkämpfen verabredetet und wir konnten unsere bisherigen Saisonverläufe, incl. IM auf Hawaii, zum Besten geben.
Auch auf der von der Firma organisierten Pasta-Party gab es ein Wiedersehen mit den laufenden Kollegen aus den anderen Niederlassungen.20181030_205423.jpg

Race day !
Und es war kalt. sehr kalt und sehr windig (schon mal nicht so wirklich mein Wetter 😉 ). Ich habe es bis zur letzten Minute herausgezögert, um mich dann in meinen Startblock, mit Zielzeit 3:45 🙂 🙂 🙂 , zu begeben.
Ich hatte mir vorgenommen, so ruhig wie möglich in meinen Rhythmus zu kommen und die ersten Kilometer locker anzugehen. Es war aufgrund des großen Starterfeldes ohnehin nicht anders möglich.
Zunächst ging es durch die Hochhäuserschluchten und es hatte hier sogar ein klein wenig was von New York. Der Wind war besonders an den Kreuzungen sehr präsent und immer wieder flogen Basecaps von den Köpfen der Läufer.
Inzwischen hatte ich mich eingelaufen und war auf Kurs meiner (Wunsch-) Wettkampfzeit und überquerte die 10 Km-Marke nach knapp 56 Minuten.
Trotz einiger Dixie Besuche, ich kann das einfach nicht abstellen, lief bis zur Halbmarathon-Marke, die mit 1:57 Std. passiert wurde, alles nach Plan. Es war auf die Minute die gleiche HM-Zeit wie in Wien und Berlin. Ich ging in mich und war überzeugt, dass ich noch besser drauf war als in Berlin (Endzeit 4:03 Std.), allerdings war ich in Wien (Endzeit 4:00:06 Std.) m. E. zu diesem Zeitpunkt deutlich besser beieinander.

Auch bei Km 30 hatte ich durchaus noch berechtigte Chancen es unter 4 Stunden zu schaffen. Aber es war auch klar, dass ich mir jetzt keine Durchhänger mehr erlauben konnte. Das sagt sich immer so schön, aber es dann auch im Rennen umzusetzen ist harte Arbeit.
Gerade jetzt kam der Wind auch spürbar von vorn, o.k. wir hatten unterwegs auch mal Rückenwind 😉 und so habe ich den Windschatten einiger großer Läufer vor mir genutzt., In harten Zeiten, wenn’s um die Wurst geht, muss man halt alle (legalen) Mittel nutzen 😉 .

Ab Km 35 gingen, neben den normalen Zipperlein wie flache Atmung und harter Wade, so langsam die Oberschenkel zu und mir war nicht klar, wie ich auf den langen noch vor mir liegenden 7 Km das Tempo halten sollte.
Ich schaute mir vor mir laufende Läufer/-innen aus, die noch locker ein möglichst gleichmäßiges Tempo liefen. Die gibt es tatsächlich auch jenseits von 35 Km noch 🙂 . Das Mantra war einfach dranbleiben, dranbleiben dranbleiben. Zusätzlich saugte ich förmlich die Anfeuerungen der trotz kalten Wetters noch zahlreichen Zuschauer auf und auch der Trommelwirbel der vielen Bands gab mir die dringend benötigte Unterstützung.

KM 38 und ich war platt. Dabei ging mir durch den Kopf, wenn ich jetzt nachlasse waren die Anstrengungen im Training und die Vorbereitungswettkämpfe umsonst und ich konnte mich von meinem Ziel, einmal noch unter 4 Std. zu laufen,  endgültig verabschieden. Also weiter kämpfen. Die nächste Zwickmühle kam dann bei KM 40. Ich wollte so gern ein paar Schritte gehen und an der Verpflegungsstelle etwas Cola trinken und noch etwas Kraft zu tanken. Aber man kennt das ja vom Autorennen. Wer an die Box fährt und tankt verliert 😉 und so redete ich mir ein, dass Cola, Tee und Weizenbier im Ziel viel, viel besser schmecken und es waren ja nur noch 2 Km. Dabei fiel mir ein, dass es ja auch noch 200m mehr sind, bis der Marathon geschafft ist. Kopfrechnen mit blutleere im Kopf ist gar nicht so einfach und so schätze ich grob, dass ich für die 200m noch knapp 1:30 Min. draufrechnen musste. Es würde eng werden, sehr eng.
Endlich kam die Frankfurter Festhalle in Sicht. Ich hatte den beeindruckenden Zieleinlauf in die Festhalle mit vielen begeisterten Zuschauern schon im TV gesehen und mich im Vorfeld bereits darauf gefreut.
Aber sorry, ich hatte hier noch etwas persönliches zu Ende zu bringen. So lief ich mit letzten Kräften über die Ziellinie und nahm dort den ganzen Jubel erst so richtig auf und hatte direkt Gänsehaut.
Nun endlich der Blick auf die Uhr :

3:58:59 !!! 

Absolut der Wahnsinn. Es hat wirklich noch einmal geklappt. Ich war zwar mächtig geschafft und k. o., aber auch mega happy und direkt auch ein bisschen stolz.
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Ich habe Verständnis, wenn Einige es nicht nachvollziehen können, dass ich soviel Theater um ein paar Minuten (Sekunden) mache und wahrscheinlich interessiert es auch nicht Viele ob ich es nun geschafft habe, aber die die es interessiert und die im Live-Ticker mitgefiebert und gezittert haben, haben mir schon in den sozialen Medien gratuliert, bevor ich mein Handy wieder in der Hand hatte.

Fazit: Das ich trotz der widrigen Umstände in der Vorbereitung weiter an meinem Ziel festgehalten habe und manchmal auch etwas unkonventionell weiter trainiert habe, war denke ich der Schlüssel das es am Ende doch noch geklappt hat. Und manchmal führt auch ein Plan B zum Erfolg 😉 .
Das Ziel zu erreichen war mir noch einmal wichtig und künftig wird hier nicht mehr so viel über Soll- und/oder Zielzeiten geschrieben werden 🙂 .