Wunscherfüllung

Wunscherfüllung ist vielleicht etwas hoch gegriffen, aber so ein kleiner Wunsch von mir war es schon lange, einmal am Celler Triathlon teilzunehmen.
Man muss dazu sagen, der Celler Triathlon ist ein relativ kleiner Triathlon über die Sprintdistanz.
Warum ich dort unbedingt einmal starten wollte erklärt sich darin, dass ich viele Jahre  immer wieder als Zuschauer vor Ort war und mich noch gut darin erinnern kann, dass meine Tochter, als sie noch recht klein war, durch das Sammeln von Kastanien prima abgelenkt war, so dass wir entspannt den Wettkampf verfolgen konnten.
Außerdem gab es bei dieser sehr familiären Veranstaltung immer ein großes Angebot von sehr leckeren selbstgebackenen Kuchen und gegrillten Bratwürstchen. 😉 .
Aber der Hauptgrund warum ich einmal dort starten wollte lag darin, dass das Schwimmen in der Aller, einem Fluss ( wohl eher ein Flüsschen), stromabwärts ! stattfindet.

Nach meinem Umzug in den Süden Deutschlands hatte ich diesen Triathlon etwas aus den Augen verloren und zu meinen Besuchen in die alte Heimat bin ich meist mit der Bahn angereist. Diesmal ergab es sich, dass ich kurzfristig mit dem Auto in den Norden gereist bin und an dem Wochenende, was für ein Zufall 😉 , der 32. Celler Triathlon stattfand. Also nicht lange überlegt und angemeldet und mich schon auf der langen Autofahrt darauf gefreut, endlich einmal einen Triathlon im Fluss zu beginnen.
Der Wetterbericht war sehr verheißungsvoll und es wurden tatsächlich die versprochenen 32°.  Bestes Triathlonwetter also 🙂 .

Das Einrichten der Wechselzone war etwas ungewohnt. Anstatt die Wechselklamotten, wie bei einer Langdistanz,  in verschiedene Beutel zu packen, wurden die Sachen schön neben das Rad gelegt.
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Als in der Wettkampfbesprechung mitgeteilt wurde, dass Neoprenanzüge aufgrund der Wassertemperatur von 19° erlaubt sind, war ich etwas in der Zwickmühle. Im wahrsten Sinne des Wortes, wer meinen Neo kennt 😉 . Die Schwimmstrecke war ja nur 600m
lang und das auch noch flussabwärts und ich hatte die Befürchtung, dass ich mehr Zeit beim Ausziehen des Neos brauchen würde, als für das Schwimmen selbst. Noch dazu, dass mein Neo inzwischen einen Cut hat und nun wirklich ausgetauscht werden sollte.
A b e r ich bin ja nun mal ein bekennender Warmduscher und wenn es Probleme mit der Atmung geben sollte, konnte ich mich im Neo immer noch zum Ende der Schwimmstrecke treiben lassen 😉 . Das Verhältnis mit und ohne Neo war übrigens 50/50, nur damit keiner auf die Idee kommt ich wäre der Einzige mit Neo gewesen. 😉 .
Dann kam die Durchsage des Veranstalters, dass aufgrund der Trockenheit der letzten Wochen extrem Niedrigwasser war und es dadurch keine nennenswerte Strömung gab! Das gab es in der 32-jährigen Geschichte dieses Triathlons auch noch nicht.
Ausgerechnet, wenn ich einmal teilnehmen konnte 😦 . Als Ausgleich für die fehlende Strömung war nun der Wasserstand so niedrig, dass größere Teilnehmer die Schwimmstrecke durchaus auch zu Fuß hätten bewältigen können.
Da es bereits sehr warm war, wurde der Neo erst ganz kurz vor dem Start angezogen und dann ging es mit einem „Wasserstart“ in der dritten Welle auch gleich los.
So viele Worte für so eine kurze erste Disziplin.
Das dumme an der kurzen Schwimmstrecke war, dass sie, bevor ich so richtig in den Rhythmus kam, auch schon wieder vorbei war.
Mit der Schwimmzeit von etwas über 11 Minuten war ich gar nicht zufrieden, aber trotzdem hat es echt Spaß gemacht.

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Foto Celler Triathlon

Auf dem Weg vom Schwimmausstieg zum Rad zerrte und zurrte ich den Neo herunter, musste mich am Rad aber doch noch hinsetzen, da ich ihn nicht über die Waden bekam, ohne einen Krampf zu riskieren.

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Foto Celler Triathlon

Bei der kurzen Radstrecke von 27,5 Km habe ich mir gedacht, ich trete einfach mal alles was geht. Aber soviel ging dann auch nicht 😉 . Was allerdings auch nicht verwunderlich war, angesichts der sehr, sehr wenigen Radkilometer in diesem Jahr. Unterwegs war es ganz interessant, weil, warum auch immer, auf einigen Abschnitten der Strecke Linksverkehr vorgegeben war. Ganz gut um auf dem Rad konzentriert zu bleiben 🙂 .

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Foto Celler Triathlon

Ohne den lästigen Neo ausziehen zu müssen, ging der zweite Wechsel zum Laufen auch recht flott und so machte ich mich auf die abschließende 7 km Laufstrecke.
Der erste Kilometer führte durch eine Kastanienalle, die sehr angenehmen Schatten spendete. Dann ging es über die Felder und die Sonne knallte mit über 30° heftig auf uns herunter. Obwohl ich wegen meines Knies nicht zu richtig Druck machen konnte, überholte ich mit meinem gleichmäßigem Lauf doch eine Reihe von Teilnehmer, die offensichtlich erhebliche Probleme mit der Hitze hatten. Mit einer Laufzeit von 35 Minuten war ich auch ganz zufrieden und lief frohgelaunt zum Zieleinlauf ins Stadion ein. 🙂
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Nach dem Zieleinlauf konnte ich dann, darauf hatte ich mich unterwegs schon gefreut, den selbstgebackenen Kuchen und die Bratwurst vom Grill genießen 😉 .

Fazit: Der Celler Triathlon ist ein kleiner und familiärer Wettbewerb, der auch Neulinge für diesen Sport zu begeistern weiß. Bei der Sprintdistanz heißt es von null auf hundert und gleich alles geben. Interessant, aber auch etwas ungewohnt.
Ich hoffe, ich kann noch einmal daran teilnehmen, dann aber mit ordentlich Wasser im Fluß!!!

update: Aufgrund anhaltender Knieprobleme bin ich nicht bei der Mitteldistanz in Podersdorf gestartet 😦

Testläufer

Vorab zur Info:
Es gibt in nachstehenden Post einiges an Werbung, leider alles unbezahlt 😉

Ich hatte das Glück und wurde gleich zu zwei Laufschuhvorstellungen in München eingeladen.
Beide Male von zwei Sportlerinnen mit denen ich über die sozialen Medien bekannt bin.

Bei der ersten Einladung durch Ella von „Team-Lauf-Liebe“
https://www.instagram.com/lauf_liebe/
ging es um die Neuvorstellung des Hoka Carbon X .
Mit dem Hoka Clfton3 hatte ich schon meine Erfahrungen gemacht und musste feststellen, dass der Schuh einfach nicht zu mir passte. Wie bei allen Hoka-Modellen darf man sich von der voluminösen Optik nicht täuschen lassen, denn auch der Carbon X , als Sockliner, wiegt nur 240 Gramm. Das Herzstück ist aber die Carbonplatte in der Sohle, die für deutlich spürbaren Vortrieb sorgen soll. Der Carbon X ist konzipiert für längere (Ironman-) Distanzen ab 42 Km und aufwärts und trotzdem ein echter Wettkampfschuh mit 5mm Sprengung.
Hokas Antwort auf den „Wunderschuh“ von Nike den Vaporfly.
Für mich eine tolle Erfahrung, nach ein bisschen Koordination und Lauf-ABC im englischen Garten einen Laufschuh zu testen, der offiziell noch gar nicht auf dem Markt war 🙂 .
Mein Fazit: ganz sicher ein toller, hochwertiger Laufschuh, auch im Preis, dessen Potential ich mit meinen bescheidenen Möglichkeiten sicher nicht ausnutzen würde.
Besonders gefallen haben mir nach dem Test die Gespräche und der Erfahrungsaustausch mit jungen, ambitionierten Läufer/-innen wie z. B. der deutschen Hoffnung im Marathon Thea Heim, die sich im Herbst für Olympia in Tokyo 2020 qualifizieren will.
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Die zweite Einladung bekam ich von Imke Salander, eine sehr gute 400m- und 400m Hürdenläuferin und Markenbotschafterin von Under Amour.
https://www.instagram.com/imkesalander/
Das die Sport- und Fitnesskleidung herstellen war mir bekannt, dass sie auch Laufschuhe im Repertoire haben, war mir hingegen neu.

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Hier ging es auch nicht so um einen speziellen Laufschuh, sondern ich konnte mir aus dem Sortiment einen aussuchen, der meinen Anforderungen entsprach. Ich habe mich für den HVOR Infinite, einen Neutralschuh mit guter Dämpfung, entschieden und habe mich direkt wohlgefühlt und der Schuh hat auch die bevorstehenden Anforderungen
gut mitgemacht.
Da wir doch eine große Zahl von ca. 60 Testläufern/-innen waren, wurden wir für die erste Einheit von 4 x 400m Intervallen in mehrere Gruppen eingeteilt. Vorweg selbstverständlich zwei Km zum Ein- und Warmlaufen.
Als ich mir beim warmmachen meine Mitläufer/-innen so angeschaut habe, war mir klar, dass ich mich in die „langsamste“ Gruppe einordnen sollte, denn ich hatte selten so viele junge und fitte Leute auf einen Haufen gesehen 🙂 . Hier war ich dann auch
gut aufgehoben, denn eine Pace von 5:00 – 5:15 Min/Km ist für mich schon recht flott zum warmlaufen.
Nach den Intervallen gab es dann eine Tabata-Einheit, die allerdings nicht dazu geeignet war, um mich von den Intervallen zu erholen 😉 .
Warum auch, da nun der Rückweg mit ebenfalls 4 x 400m Intervallen anstand. Anschließend haben wir am Ufer der Isar, hier hatten wir mit der großen Laufgruppe ohnehin schon für Aussehen gesorgt, noch ein interessantes cool-down durchgeführt.
Down ja, aber weniger cool dafür mehr schwitzen 😉
Bei dieser Veranstaltung stand für mich nicht der Laufschuhtest im Vordergrund, sondern das gemeinsame Training mit so vielen wirklich fitten und durchtrainierten jungen Menschen. Für mich, als sonstigen Einzelkämpfer, war das sehr interessant und inspirierend.
Es war auch schön zu sehen, dass die Jugend und die jungen Erwachsenen nicht nur für’s Party machen zu haben sind, sondern durchaus große sportliche Ambitionen haben. Interessant war auch, dass bei einer spontan aufgerufenen Plank-Challenge (einarmig) zwei junge Damen allen anwesenden Herren sehr deutlich gezeigt haben, wer das stärkere Geschlecht ist 😉 .
Wie sich bei den anschließenden Gesprächen herausstellte, waren es erstaunlich Viele die als Langdistanz-Staffel-Teilnehmer, dieses Jahr bereits an Wettbewerben teilgenommen hatten oder fürs nächste Jahr gemeldet sind.

Ich muss zugeben, dass ich nicht nur großen Spaß an den beiden Veranstaltungen hatte, sondern durchaus auch etwas motivierter wieder an meine sportlichen Betätigungen herangegangen bin. 😉 .

update: Wobei mich mein Knie (wieder mal ) leider ausbremst und ich bei der Mitteldistanz in Podersdorf nicht antreten konnte 😦

und was kommt jetzt?

Es ist schon etwas blöd, wenn man seinen sportlichen Jahreshöhepunkt
schon sehr früh im April hat.
Was macht man dann den ganzen Rest des Jahres ?
Nun bin ich ja, wie hier bereits mehrfach kundgetan, nicht der „Gesundheitssportler“
der aus reinem Wohlbefinden und um seinen Körper etwas Gutes zu tun, sich sportlich betätigt.
Also muss (mindestens ein) sportliches Ziel her, ansonsten läuft, im wahrsten Sinne des Wortes nicht viel 😉 Irgendetwas mit Triathlon wäre doch mal wieder ganz nice. Zwei bis drei olympische Distanzen stehen ohnehin auf den Plan, aber etwas Längeres würde mich doch noch mehr reizen.
Nein, ganz sicher keine Langdistanz! Erstens wäre die Vorbereitung im Frühjahr mit annähernd null Radkilometern nicht angemessen und sowieso habe ich mir ja versprochen keine Langdistanz mehr zu machen. 🙂 .
Was bleibt dann noch? Richtig die Mitteldistanz oder 70.3 oder auch Halbdistanz.
Für eine Veranstaltung ab September oder später, wäre noch ausreichend Zeit für die Vorbereitung.
Allerdings sollte ich mich davor hüten zu denken, eine MD geht immer. Das kann schon bei einem Halbmarathon schiefgehen, wenn man ihn ambitioniert laufen will. 😉 .
D. h. im Klartext, die Vorbereitung, insbesondere auf dem Rad und beim Schwimmen, sollte jetzt und gleich beginnen.

So habe ich mich mal nach geeigneten Mitteldistanzen umgesehen. Veranstaltungen im Ausland haben für mich immer einen besonderen Reiz. Allerdings scheue ich mich ein wenig vor dem Radtransport im Flieger, weil ich an meinem optimalen Radeinstellungen (vom Profi 😉 nichts verstellen will.
Aber ich bin fündig geworden. Mal keine Veranstaltung der „Großanbieter“ Ironman oder Challenge sondern der Austria Triathlon in Podersdorf Anfang September würde sehr gut passen.
Ausland ist das auch und ich komme mit dem Auto dorthin. Genial oder?
Zum Glück ist inzwischen der Frühling, ja fast schon Sommer, auch in Bayern angekommen und ich freue mich darauf, nach dem ständigen und Dauerregen aufs Rad zu steigen und in kurz/kurz die Ausfahrten zu genießen 🙂 .
Da ich nach Pfingsten ein paar Tage frei Urlaub habe und aufgrund der Ferien in Bayern die Flugreisen unverschämt teuer sind, habe ich mich entschlossen ein kleines Trainingslager (mit Schwerpunkt Rad) Zuhause abzuhalten.
Ich bin schon sehr gespannt darauf und hoffe natürlich, dass das Wetter bis dahin weiter mitmacht, es schön warm bleibt und ich im Juni nun endlich auch mal ins Freiwasser komme 😉
Ob ich wohl noch hinein passe ???

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update: ausrechnet kurz vor Pfingsten und dem Urlaub habe ich mir nach langer Zeit eine Erkältung eingefangen 😦 ; ganz schlechtes Timing 😦 😦 😦

Sambia / Botswana

Nach den wunderschönen Tagen in Kapstadt ging es nun ins „richtige“ Afrika nach Sambia.
Das hier vieles anders ist, war schon bei der Ankunft auf dem Flughafen in Livingstone zu spüren. Außer unserem war nur noch ein weiteres Flugzeug auf dem Rollfeld und so konnten wir gemütlich zu Fuß ! ins Flughafengebäude gehen. Einfach herrlich 🙂
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Hauptziel in Sambia waren die Victoriafälle und die bekamen wir reichlich zu sehen. Was allerdings auch keine Kunst war, denn unserer Hotel war nur knapp fünf Minuten zu Fuß davon entfernt. Kaum hatten wir die Koffer auf dem Zimmer verstaut machten wir uns auch gleich auf den Weg.
Und was soll ich sagen, die Wasserfälle waren mehr als beeindruckend.
Die Fälle sind UNESCO-Welterbe und mit 110 m Tiefe und 1.708 m der breiteste durchgehende Wasserfall der Erde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Victoriafälle
Es ging einen schön angelegten Weg den Wasserfall entlang und bei jeden Stop hatten wir einen noch besseren Blick als zuvor.
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Da das Hotel wie gesagt direkt am Wasserfall war, machte ich es mir zur Gewohnheit mindestens einmal am Tag dort vorbeizuschauen. Interessant war auch, dass auf dem Weg dorthin, durchaus noch innerhalb der Hotelanlage, Zebras, Antilopen und auch Paviane den Weg kreuzten. Um die großen Paviane habe ich schon einen Bogen gemacht, denn die waren mir nicht so ganz geheuer 😉 .


Am nächsten Tag stand dann die Safari nach Botswana in den Chobe-Nationalpark an. Auf dem Weg dorthin markiert der Zambesi die Grenze zwischen Sambia und Botswana, die wir mit der Fähre überqueren mussten.
Es gibt nur eine Fähre, die hin und her pendelt und auch jeweils maximal nur einen LKW über den Fluss bringen kann. So kommt es, dass die Wartezeit für die LKW’s für die Überquerung bis zu 4 ! Tage beträgt. Afrikanische Verhältnisse 😉 .
Durch einen südkoreanischen Investor, sicher nicht ganz uneigennützig, wird gerade eine richtig große Brücke gebaut, die die Wartezeit drastisch verkürzen soll.
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In Botswana angekommen machten wir zuerst eine Flusssafari auf dem Chobe, bei der wir Krokodile, Flusspferde und Herden von Elefanten zu Gesicht bekamen, die teilweise direkt vor uns durch den Fluss schwammen oder sich in Ufernähe aufhielten.


Das Mittagessen nahmen wir in einer wunderschönen Lodge direkt am Chobe-River ein. Hier waren vor uns auch schon einige andere Promis, wie Bill Clinton und Horst Köhler zu Gast 🙂 .
Gut gestärkt ging es im offenen Jeep weiter durch den Nationalpark. Wieder gab es viele Tiere zu sehen, wie Giraffen, die wirklich auf Tuchfühlung an den Jeep herankamen.
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Aber auch ein Elefantenbulle, der schon bedrohlich mit wehenden Ohren auf uns zukam und unmissverständlich klarmachte, dass wir Abstand halten sollten.
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Es ist wirklich etwas vollkommen anderes, wenn man im Zoo, sicher auch aus der Nähe, aber mit einem Zaun drum herum sich die Tiere ansieht oder diese in freier Wildbahn auch aus nächster Nähe, allerdings ohne Schutzzaun bestaunt. Es war ein, jedenfalls für mich, tief beeindruckendes und nachhaltiges Erlebnis.
Durch die vielen neuen Eindrücke etwas benommen im Kopf, machten wir uns auf den Rückweg über den Grenzfluss zum Hotel.

Am nächsten Tag stand ein weiteres Highlight auf dem Programm.
Ich hatte mich kurzfristig entschlossen ( der Dollarkurs war recht günstig 🙂 🙂 )
einen Helikopterflug über die Viktoriafälle mitzumachen. Ich liebe Helikopter fliegen und hatte das Glück direkt neben dem Piloten zu sitzen und damit die allerbeste Rundumsicht :-).
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Jetzt fehlen mir einfach die Worte um den Flug zu beschreiben und es ist ein Jammer, dass ich hier keine Videos hochladen kann. Dafür wenigstens ein paar Bilder aus dem Heli. Es war jedenfalls grandios und die sechzehn Minuten vergingen buchstäblich im Fluge!


Am Abend wurde es dann noch einmal richtig kitschig und tourimäßig, mit einer „Sundowner Cruise“ mit der African Queen auf dem Zambesi.
Die Atmosphäre mit der Stille des Flusses, mit seinen Wasservögeln und den Hippos, wurde durch einen wundervollen Sonnenuntergang über dem Fluss gekrönt.


Ich war sehr froh, dass ich diese Anschlussreise doch mitgemacht habe und ich meine klischeehaften Vorstellungen von Afrika hier wiedergefunden habe 😉
Am nächsten Morgen ging es dann recht früh nach Livingstone, um dann über Johannesburg den Rückflug nach Hause anzutreten.
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Fazit: Es war eine ganz wundervolle Reise, mit meinem ersten Ultralauf und echten Tieren in ihrem Lebensraum !
Ich habe zwar nur einen kleinen Teil von Südafrika erlebt, aber der Two Oceans, Kapstadt und auch Sambia und Botswana waren ein tolles Erlebnis und ich konnte wenigstens ein bisschen in eine für mich neue und fremde Welt eintauchen !

Two Oceans

Raceday
Bin ich aufgeregt ? – Natürlich!
Bin ich gut vorbereitet ? – Nicht wirklich !
Schon sehr zeitig, um 4:00 Uhr früh, wurden wir vom Hotel abgeholt, um rechtzeitig am Start zu sein, da für die zukünftigen Ultras um 6:40 Uhr der Startschuss fiel. Recht früh waren die einzelnen Startblöcke schon gut gefüllt und ich musste zusehen, dass ich auch noch hineinkam 😉 . Kaum war ich im Block, fing es heftig an zu regnen.
Eine weitere Premiere für mich, denn bisher hatte ich das Glück, meine Marathons und auch meine Tri-Langdistanzen immer im Trockenen zu bestreiten.
Aber nach knapp 5 Km hörte es schon wieder auf zu regnen und bis auf einen kurzen Schauer unterwegs, blieb es dann auch trocken.
Die Minuten vor dem Start hatten eine ganz besondere Atmosphäre für mich. Sie sind eine Mischung aus Aufregung, Anspannung, Vorfreude, aber auch aus Respekt vor der Distanz und natürlich mit ordentlich kribbeln im Bauch.
In diesen Momenten werde ich ganz ruhig und versuche alles bewusst aufzunehmen und zu genießen. Aus den Lautsprechern sorgte Vangelis mit „Chariots of fire“ für zusätzliche Gänsehaut, bis dann endlich der Startschuss zu einem neuen Kapitel und Abenteuer fiel.
Über 12.000 Läufer/-innen setzen sich langsam in Bewegung.
Natürlich hatte ich mir vorher Gedanken gemacht, wie ich so einen, meinen ersten, Ultralauf angehen sollte. Ich hatte mir fest vorgenommen, mich zurückzunehmen
und hielt ein moderates Wohlfühltempo zwischen 6:15 – 6:30 Minuten pro Km für angemessen. Die ersten Kilometer hatten ein leichtes, kaum spürbares Gefälle
und so passierte ich die 10 Km-Marke in genau einer Stunde. Die zweiten 10 Km waren dann in 58 Minuten absolviert. Halt Moment mal, da war ich doch viel zu schnell unterwegs! Soviel jedenfalls zu Plan und Realität 😉 . Aber ich fühlte mich einfach gut und locker.
Bei Km 28 kam er dann, der von mir gefürchtete Anstieg. Soetwas hatte ich beim Laufen bisher noch nicht gesehen. Die Läuferschaar schlängelte sich den Berg hoch und zwar so hoch, dass ich sie kaum noch erkennen konnte. 😦
Also Frank, tief durchatmen, ruhige kleine Schritte und so Meter für Meter den Berg hoch. Trotz der Streckenänderung über Nacht waren erstaunlich viele Zuschauer an diesem steilen Streckenabschnitt um uns Läufer enthusiastisch anzufeuern und zu unterstützen.
Noch ein Wort zu den Zuschauern und Helfern. Ich habe sicher schon einiges an Begeisterung erlebt. Aber was dort in Südafrika abging, war schon ganz speziell.
Auf der gesamten Strecke wurden die Läufer mit Musik und Gesang gefeiert. Selbst an den Verpflegungsstellen wurden die Übergabe der Trinkbeutel u. ä. regelrecht zelebriert und jeder Läufer wie ein Held gefeiert.
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Bei Km 34 war endlich der höchste Punkt erreicht und es ging dann gleich richtig steil den Berg auch wieder runter. Das war natürlich keine Erholung für die geplagten Oberschenkel, sondern vielmehr eine zusätzliche muskuläre Belastung. Nicht wenige hatten dann bergab auch mit Krämpfen zu kämpfen.
Bei mir war es wie beim Radfahren. Sehr viel lieber runter als hoch 🙂 .
Bis zur Marathonmarke ging es immer leicht auf und ab und beim passieren der Marathonmarke, hätte es mir eigentlich auch schon gelangt. Ich war inzwischen immerhin schon 4:32 Stunden unterwegs und hatte noch 14 km, d. h. ein Drittel eines normalen Marathons vor mir. Das auf und ab wurde jetzt wieder zunehmend steiler und
machte mir deutlich zu schaffen. Unangenehm, wie mir später auch andere Teilnehmer zustimmten, waren die Kurven, richtige Steilwandkurven, die so steil waren, dass wir sie in echter Schräglage durchlaufen mussten. Für die Knie war das gar nicht gut.

Im Vorfeld wurden wir vom Veranstalter und ich auch von Bekannten, die den Two Oceans schon gelaufen waren, vor den Katzenaugen auf den Straßen als Stolperfallen gewarnt. Das sind diese ein paar Zentimeter hohen und mit einer kleinen Metallhaube versehenen Rückstrahler, die in der Nacht die Fahrbahnmitte markieren.
Unterwegs hatte ich noch gedacht, schön blöd, wer darüber stolpert. Und dann passierte es doch.
Zwischen Km 50 und 51 hörte ich den 6 Stunden-Zielläufer immer näher kommen.
Zu hören waren diese Zeitläufer, weil sie ihre Gruppen lautstark mit Gesang ! anführten und ständig ihre „Mitläufer“ animierten dran zu bleiben. Die Jungs machten wirklich
einen tollen Job! Sie kamen also näher. Die Gruppe umfasste ca 35-40 Läufer und während ich überlegte dran zu bleiben (dann wäre ich bestimmt richtig eingegangen) und niemanden auf die Füße zu treten, war es auch schon passiert. Ich war einer der Blöden, der im vollen Lauf über so ein Katzenauge stolperte 😦 .
Nicht nur ich, auch die Läufer im unmittelbaren Umfeld hatten sich richtig erschrocken. Zum Glück konnte ich mich gut abrollen und bis auf ein paar Schürfwunden an Arm und
Bein und etwas geprellte Rippen, war ich glimpflich davongekommen 🙂 . Nun aber das Erstaunliche. Der Sturz muss soviel Adrenalin in den Körper geschüttet haben, dass
ich nicht nur an den lädierten Stellen keine Schmerzen spürte, sondern auch die Beine wieder viel lockerer wurden. So waren die letzten 5 Km gar nicht mehr so anstrengend
und der Zieleinlauf mit den letzten 400m auf Rasen ins Stadion mit nun völlig ausflippenden Zuschauern, war einfach grandios!.
Nach 6:20 Stunden echt geschafft, aber völlig happy ließ ich mir die Medaille umhängen und auf dem Zielfoto konnte ich dann sogar wieder lächeln 🙂 .
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Fazit: Der Ultra war eine ganz tolle und beeindruckende Erfahrung. Aber ich denke, wie oben schon erwähnt, dass mir ein ganz „normaler“ Marathon von der Streckenlänge künftig reichen wird.
Es sei denn, mir läuft noch ein besonderer Wettbewerb über den Weg 😉 .
Im dritten und letzten Teil geht es bald dann ins „richtige“ Afrika , mit vielen Tieren und so !!

Südafrika-Kapstadt-Two Oceans-Sambia/Botswana

Die Anreise von München über Johannesburg nach Kapstadt verlief problemlos. Da es ein Nachtflug war und Kapstadt in der gleichen Zeitzone liegt, gab es keine Zeitverschiebung und so konnte es direkt losgehen.
Da alle Teilnehmer/-innen der Laufgruppe fast zeitgleich ankamen fuhren wir vom Flughafen direkt zur Marathonmesse, um die Startunterlagen abzuholen.
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Die 0 HM und die 0 Ultra kennzeichneten mich als Two Oceans Anfänger 🙂
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Da wir entgegen der vergangenen Tage (wenn Engel ankommen) klares Wetter hatten, haben wir die Gelegenheit genutzt und sind direkt weiter zum Tafelberg gefahren. In Anbetracht des bevorstehenden Laufs sind wir doch lieber mit der Gondel den Tafelberg hochgefahren, anstatt den reizvollen Wanderweg zu benutzen. Oben angekommen
hatten wir einen wirklich atemberaubenden Blick über Kapstadt und dies gesamte Bucht. Es führt oben ein sehr schöner Rundweg auf dem Tafelberg herum, sodass man einen tollen 360° Rundumblick hatte


Mit der Zeit legte der Tafelberg so langsam seine Tischdecke auf, d. h. eine Nebel-/Wolkendecke legte sich darüber und hüllte ihn ein.
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Leider hatten wir inzwischen eine Wartezeit von über einer Stunde auf die Gondel und das war bei dem aufkommenden heftigen und kalten Wind nicht so angenehm. Aber dadurch kamen wir in den Genuss Kapstadt beleuchtet von oben bewundern zu können.

Am nächsten Tag stand Cap Hope, der südwestlichste Punkt Afrikas, auf unserem Erkundungsprogramm. Der Weg dorthin an der Küste entlang war schon beeindruckend und oben am Cap beim Leuchtturm angekommen, hatten wir schon wieder eine Gänsehaut. Nicht nur wegen des auch hier heftigen Windes, sondern in erster Linie wegen der vor uns liegenden fantastischen Landschaft.

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Auf dem Rückweg gab es noch einige Pinguine zu betrachten (wir hatten vom Bus aus bereits schon Robben und Wale gesehen),
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bevor wir auf einen Großteil der Strecke des Ultra-Laufs wieder zurückfuhren. Und ich muss sagen, dass mich die Anstiege doch ziemlich beeindruckt haben.

Am nächsten Morgen beim Frühstück kam dann die Info, dass die Veranstalter über Nacht ! die Strecke geändert hatten. Ob es an den Baustellen oder wie wir im nachhinein hörten, an zu befürchteten Demonstrationen gelegen hat, war letztendlich auch egal. So ist Afrika eben 😉 .
Vielleicht wollten die Veranstalter uns auch nur etwas steilere Anstiege mit ein paar zusätzlichen Höhenmetern gönnen.
Aber seht selbst Foto rot war die alte Strecke und grün die neue Streckenführung.
Ich hätte wohl doch meine Bergstiefel mitnehmen sollen 🙂
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Wenn ich als Flachländer und Nichtbergziege schon vorher Respekt vor der profilierten Strecke hatte, so wurden die Bedenken nicht weniger.
Also schnell noch einen Aufruf auf den Social-Media-Kanälen gestartet und Familie, Freunde und Bekannte zum kollektiven Daumen drücken aufgerufen.
Die positiven Rückmeldungen kamen auch postwendend
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Ob es geholfen hat??
Fortsetzung in Teil 2

La Santa, Lanzarote

und diesmal kein Trainingslager, sondern „nur“ ein bisschen Sport
nach Lust und Laune im La Santa Sports Club auf Lanzarote.


Es war schon einmal ein toller Vorgriff auf den Frühling, der hoffentlich
jetzt auch bald bei uns Einzug hält. Temperaturen zwischen sonnigen 20° – 24° mit strahlend blauem Himmel ließen mein Herz sofort höher schlagen. Es bestand dabei akute Sonnenbrandgefahr, da man (ich) durch den Wind die Sonne nur abgemildert gespürt hat.
Wobei wir damit bei meinem Lieblingsthema sind. Der Wind war immer und überall und kam in der Regel direkt von vorn 🙂 . Ich dachte es wäre nicht möglich, aber vlt. weil sie die nördlichste Insel der Kanaren ist, bläst der Wind auf Lanzarote noch stärker als auf Fuerteventura.
Die Radausfahrten hielten sich auch etwas in Grenzen, denn wenn man selbst bergab noch richtig treten und aufpassen muss, dass einem das Vorderrad nicht weggepustet wird, kommt nur bedingt Freude auf.


Deswegen und wegen des anstehenden Two Oceans Lauf bin ich dann doch mehr im Gelände gelaufen.
Selbst beim Schwimmen im Becken verursachte der Wind richtigen Wellengang, unglaublich!
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Wie angekündigt habe ich aus dem vielfältigen Angebot auch andere, z. T. für mich neue, Sportarten ausprobiert. So habe ich z. B. seit vielen Jahren einmal wieder bouldert und ja, ich konnte es tatsächlich noch, nur die Unterarme haben hinterher ordentlich gebrannt. 😉 Von den Yoga- und Pilateskursen hatte ich mir etwas mehr versprochen, aber bei den vielen Teilnehmern kann man nicht Jedem gerecht werden. Interessant war für mich die Einführung ins Cross-fit. Ich kann jedem, der neue Muskeln an sich entdecken möchte, nur empfehlen einmal so richtig Cross-fit zu machen. Der Ganzkörpermuskelkater ist garantiert 😉 .


So vergingen die sechs Tage wie im Flug und schon saß ich wieder
im Flughafen und warte auf den Rückflug.
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Der Resturlaub war gut angelegt und ich habe mich gut erholt und bin schon wieder bereit für weitere Dummheiten 😉 .
Aber das sollte ich auch, denn in schon weniger als drei !! Wochen stehe ich (hoffentlich)
an der Startlinie zum Two Oceancs . Bis dahin kann ich noch ein paar Laufkilometer sammeln, bevor es in Richtung Südafrika geht (so langsam werde ich doch aufgeregt ).

Abschließend noch die Info an mich: Du willst keinen Triathlon auf den Kanaren bestreiten (allerhöchstens über die Volksdistanz 😉 ) !
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Zu guter Letzt noch eine Anekdote zum Wind. Da wir auf dem Rückflug ausgebucht und auch voll beladen waren, mussten wir aufgrund heftigen Gegenwindes 🙂 eine außerplanmäßige Zwischenlandung in Sevilla einlegen, um dort nachzutanken!