Bodyflying

von der Erde, völlig schwerelos.

Nein das ist jetzt kein Rückfall in die NDW der 80iger Jahre, sondern so hat
es sich für mich angefühlt.
Aber von Beginn an. Ich hatte meiner Tochter vor längerer Zeit einen Gutschein
für’s Bodyflying in Bottrop geschenkt.
Nun ist Bottrop elend weit weg von München, so dass es sich nicht ergeben hat,
den Gutschein einzulösen.
Inzwischen hat Jochen Schweizer aber hier im Nachbardorf eine neue Arena aufgemacht.
Besser geht es ja gar nicht und eine ideale Gelegenheit, wenn Denise über den Jahreswechsel zu Besuch kommt, den Gutschein einzulösen.
Ich habe kurz überlegt ob ich den Termin vor oder nach dem Skifahren mache und mich in weiser Voraussicht dafür entschieden, den Flugtermin vorher, auf den ersten Tag des Jahres zu legen.
Gebucht werden hier Flugzeiten im 2 Minuten-Rhythmus. Nun war der Preis für zwei Minuten schon nicht wenig, aber um überhaupt abheben zu lernen, habe ich für uns Beide jeweils 2×2 Minuten reserviert.

Als wir gegen Mittag in der Arena eintrafen war für den Neujahrstag schon richtig viel los und sehr interessant zu sehen, wie sich die einzelnen „Flugschüler“ so anstellten.
Nach einer relativ kurzen Einweisung wurden wir aerotauglich eingekleidet

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und dann ging es durch die Schleuse in den Vorraum.
Der Rotor, der den Auftrieb erzeugte, machte ordentlich Krach und wir hatten gut daran getan von den angebotenen Ohrstöpseln gebrauch zu machen. Im Türrahmen zum Flugraum stehend rief ich mir noch einmal die Tipps von der Einweisung und auch was mir bei den anderen Flugschülern aufgefallen war, in Erinnerung und ließ mich einfach fallen 🙂 .
Sanft wurde ich vom Instrukteur aufgefangen und in eine stabilere Flugposition gebracht.  Wie ein Fallschirmspringer im freien Fall versuchte ich mich im Luftstrom, der mit ca. 160 km/h auf mich zukam, zu halten.
Das ging auch (wie ich fand) relativ gut, sodass der Instrukteur recht wenig eingreifen musste. Und es hat vor allem sehr viel Spaß gemacht. Über eine Flughöhe von zwei Meter hat man mich aber nicht fliegen lassen, da bei einem Fehler der Absturz auch aus zwei Metern sehr schnell und auch schmerzhaft sein kann.

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Auch bei Denise hat es super geklappt und sie ist in ihrer zweiten Runde zusammen mit dem Instrukteur sogar bis auf fünf Meter Flughöhe gekommen.
Der Instrukteur bescheinigte uns Beiden gute Flugeigenschaften und empfahl uns auch einmal Fallschirm zu springen.
Wobei ich sagen muss, ich bin vor Jahren schon einmal gesprungen und das ist schon eine komplett andere Nummer.

Es war ein tolles Erlebnis, das uns Beiden riesig Spaß gemacht hat. Denise hat schon im Internet recherchiert und ist fündig geworden, dass es Bodyflying auch in Tokyo gibt. Für mich ist es ja um die Ecke, ich muss hat nur für die nächsten Flugminuten etwas sparen :-).

Fazit: Manchmal ist es gut einfach vom Boden abzuheben 😉 .

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Laufen ?!

oder doch lieber nicht ??

Ich befinde mich gerade in einer Zwickmühle.
Zum Einen habe ich ja versprochen schön brav auf den Doktor zu hören
und zum Anderen würde ich es gern einmal mit einem kleinen Läufchen probieren.

Dabei hatte ich mit dem Doc ja nur ganz grob einmal festgehalten, ab wann
die einzelnen Aktivitäten wieder möglich sein sollten.

Wenn es dann früher klappt, ist es doch eigentlich umso besser, oder?

Außerdem sprechen zwei wichtige Gründe dafür, nicht mehr so lange mit der
Wiederaufnahme der Bewegung zu warten.
Der eine Grund ist der eingetretene Muskelschwund. Man sollte nicht glauben, wie schnell eine sich mühsam aufgebaute Muskulatur wieder verabschiedet 😦 .
Ein anschauliches Beispiel hierfür ist, wenn man die normale Schulter mit der Größe eines  Handballs vergleicht, ist die lädierte Schulter innerhalb kurzer Zeit auf die Größe
eines Tennisballs geschrumpft :-(((.
O. k. , daran wird sich durchs Laufen auch nicht viel ändern.
Aber beim zweiten Grund wird sich definitiv etwas ändern. Durch das ganze Ruhigstellen und den dadurch wegfallenden sportlichen Aktivitäten, sowie der zusätzlichen freien Zeit, in der man z. B. nachmittags gern einmal ein Stück Kuchen ist, zeigt die Waage mittlerweile Erschreckendes an 😉 .

Bei diesen überwältigen Argumenten kam ich überhaupt nicht darum herum, es einfach mal mit dem Laufen zu probieren. Natürlich ganz ruhig und schön langsam.
Was soll ich sagen, es ging. Recht gut sogar. Weniger schmerzvoll als viele andere Aktivitäten! Wie arbeiten zum Beispiel.
Ich habe kurz überlegt, ob ich nicht ganz vom Arbeiten aufs Laufen umstellen sollte, kam dann aber zu dem Entschluss, dass ich dann doch schneller Gewicht abnehmen würde als mir lieb ist 😉 .

Ob durch die Erschütterungen beim Laufen die Sehne und der Knochen besonders in Mitleidenschaft gezogen werden, kann ich nicht einschätzen, aber wenn es weniger schmerzvoll ist als der normale Alltag, wird es schon nicht so schlimm sein 😉 .

Die Röntgenuntersuchung Anfang Februar wird es zeigen und vlt. erteilt mir der Doc ja dann auch ganz offiziell grünes Licht.

Yoga??

eigentlich sollte dieser Post erst kommen, wenn ich mit dem Kurs fertig bin. Aufgrund des Missgeschicks beim Skifahren, kann ich den Kurs leider nicht zu Ende bringen, deswegen heute schon der Bericht über eine für mich neue Welt.

Zugegeben war ich, was Yoga betrifft, nicht nur skeptisch, sondern ich habe es sogar belächelt und mir gedacht, ein Mädchensport eben 😉 .
Sicher war ich mir auch, dass ich in der Ruhephase am Ende der Stunde garantiert einschlafen würde 🙂 .
Nachdem ich jedoch immer mehr über Yoga in Verbindung/Ergänzung zum Ausdauersport gelesen habe, wurde ich neugierig. Yoga für Läufer, Yoga für Triathleten und auch einige Blogs  (z. B. Din https://eiswuerfelimschuh.de/yoga/) haben immer wieder die positiven Auswirkungen hervorgehoben.
Wie es dann manchmal im Leben so ist, hilft einem der Zufall auf die Sprünge. Beim durchschauen des neuen Volkhochschul-Katalogs, immer auf der Suche was mich körperlich und/oder geistig weiterbringen kann 😉 , bin ich auf den Kurs Power-Yoga für Einsteiger gestoßen. Voraussetzungen waren geringe Yoga-Vorkenntnisse oder sportliche Vorbelastung. Zumindest die zweite Voraussetzung nahm ich für mich in Anspruch 😉 . Da der Kurs zudem zu einer Zeit stattfand, die nicht nur für Hausfrauen (-männer) interessant war, meldete ich mich einfach mal an.
Und um es vorweg zu nehmen, ich habe es bis heute nicht bereut!

Die Gruppe ist gut gemischt, von der 16-jährigen Teenagerin ( ich glaube immer noch, dass Jungs in diesem Alter lieber anderen Aktivitäten nachgehen 😉 ) bis zum älteren Herrn, nämlich mich. Langsam wird es gruselig für mich, wenn man bei derartigen  Kursen oder auch in Trainingslagern einer der Ältesten ist 😦 .
Unser Yogalehrer, Yogi nennt man die Lehrer glaube ich, entspricht absolut meinem Klischee, wie ich mir so jemanden vorstelle. Hager, mit Zopf, an den Füßen mystisch tätowiert und natürlich unheimlich beweglich 🙂 . Dabei stets ruhig und besonnen, freundlich und immer sehr unaufgeregt.  Gleich zu Beginn machte er der Gruppe klar, dass es in dem Kurs mehr um Yoga als um Power gehen wird. Schade dachte ich, aber die Begründung leuchtete mir natürlich ein. Denn um wirkliches Power Yoga zu machen reicht einmal die Woche nicht aus, sondern um es richtig zu machen , wären vier bis fünf Einheiten die Woche erforderlich. Eigentlich einleuchtend und warum sollte es beim Yoga anders ein, als bei allen anderen Sportarten.

Nach den paar Stunden die ich da war kann ich sagen, dass es mir sehr gut getan hat. Yoga kann anstrengend, aber auch sehr entspannend sein und es zeigt mir klar auf , woran ich arbeiten muss. An der Beweglichkeit liegt es nicht, denn hier kommt mir mein „regelmäßiges“ Dehnen sehr zu Gute. So bin ich, mit dem Teenie der Einzige , der z. B.  in der Hocke locker mit den Fersen auf dem Boden bleibt 🙂 .
Mein Defizit ist klar, das wusste ich aber auch schon vorher, die Rumpfstabilität, an der ich echt arbeiten muss 😉 . Hier habe ich beim Yoga richtig gute Übungen (die heißen nur anders ) gelernt, um an der Stabilität der Mitte zu arbeiten. Diese Übungen und Bewegungsabläufe haben auch recht lustige Namen.  Meist aus dem Tierreich wie Hund, Katze, Kuh usw.
Als Mann war ich irgendwie mehr an Positionen wie z. B. Krieger 1- 3 interessiert. Aber so kann mann sich täuschen. Meine absolute Lieblingsposition, die ich auch von allen Teilnehmern am Besten kann (pfui Eigenlob) ist die  Krähe. Klingt harmlos und unspektakulär, ist aber echt anstrengend und macht mir wirklich Spaß.
Bing krähe

Nach der Weihnachtspause wollen wir mit dem Kopfstand (ging schon ganz gut) weitermachen und eine andere Teilnehmerin (Teenager 😉 ) und ich haben uns gewünscht zum Ende des Kurses den Skorpion zu können. Der sieht wirklich cool aus.
Bing skorpion

Leider kann ich den Kurs wegen der Schulter nicht weitermachen, aber bestimmt gibt es im Herbst eine Fortsetzung. Denn meine Erkenntnis ist, es war sehr gut etwas Neues auszuprobieren und in eine neue Welt einzutauchen.
Durch diese Erkenntnis nehme ich mir vor, keinen Sport mehr im Vorhinein zu belächeln, bevor ich ihn nicht selbst ausprobiert habe! Ausnahmen sind hier vlt. Wasserballett und rhythmische Sportgymnastik 🙂 .

Aber Yoga ist definitiv auch eine gute Ergänzung für „harte“ Kerle.
In diesem Sinne Namastè

 

Arztbesuch

Wie versprochen habe ich am Montagmorgen den Arzt aufgesucht. Mein Hausarzt hat gleich abgewunken und mich zum Orthopäden überwiesen. Um den bei seiner Diagnose zu unterstützen, habe ich in der Mittagspause einen MRT-Termin gemacht. Müssen eigentlich diese Geräte im 21. Jahrhundert immer noch so laut sein?? Nach zwanzig, im wahrsten Sinne ohrenbetäubenden, Minuten gab es dafür dann auch schöne Aufnahmen von meiner linken Schulter 🙂 .
Bei der kurzen Besprechung wurde mir schon erklärt, dass wohl doch etwas gebrochen und eine Sehne angerissen ist 😦 . Alles Weitere wie OP ja oder nein, sollte ich dann mit dem Facharzt klären.
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Aufgrund der Diagnose habe ich es beim Orthopäden dringlich gemacht und den Termin von Donnerstag auf Dienstagmorgen vorverlegt.
Nach Sichtung der MRT-Bilder erklärte dieser mir, dass tatsächlich ein Knochen im Schultergelenk gebrochen ist und das dazugehörige Band angerissen ist.
Schöner Mist !!!
Aber er erklärte mir auch, dass ich das Ganze positiv sehen sollte, denn anders herum, Sehne gerissen und Knochen nur angebrochen, wäre durchaus schlimmer gewesen! 😯
Zum Glück meinte er, dass wir wohl um eine OP herumkommen, wenn wir den Oberarm fixieren, ruhig halten und wichtig, Geduld haben. Das mit der Geduld wollte ich dann doch genauer wissen, um meine Planung für 2018 neu zu definieren.
Der mit bedacht ausgewählte Orthopäde ist ebenfalls Sportler und aktiver Kletterer und somit auch sehr aufgeschlossen für mein Anliegen.
Allerdings machte er mir gleich klar, dass, normalen Heilungsprozess vorausgesetzt,
– kein laufen vor Anfang Februar 😦 😦 😦
– kein (kraul-) schwimmen vor Anfang April 😦 😦 😦

Wenigstens konnte ich ihn überzeugen, dass das Radfahren auf der Rolle schon in den nächsten zwei Wochen möglich sein sollte. 😉 .

Soviel dazu, wenn ältere Männer nach über 25 Jahren mal wieder auf die Piste gehen.
Dabei hatte ich mir für 2018 doch so einiges vorgenommen.

Aber machen wir uns nichts vor, das kann einem genauso gut passieren, wenn man z. B. auf einer Ausfahrt vom Rad fällt.
Also jetzt wieder den Blick nach vorn richten und das Positive sehen. Wie z. B.
– keine unnötigen Gedanken mehr verschwenden an die im 1. Halbjahr geplanten      Wettkämpfe
– ruhiger und kontinuierlicher Wiederaufbau und Vorbereitung auf die Wettkämpfe im 2. Halbjahr
– anstatt lustlos einzelne Trainingseinheiten ausfallen zu lassen, sich wieder auf jeden einzelnen Tag zu freuen, an dem man sportlich sein darf !
– das mir aufgrund des inzwischen komplett blau angelaufenen Oberarms klar geworden ist, dass mir ein Tattoo dort nicht wirklich steht 😉 .

Also werde ich mich jetzt in Geduld üben und meinerseits ein paar interessante Blogs lesen 🙂 .

 

Wintersport

oder wenn ältere Männer wieder skifahren !

Ich habe mich total darauf gefreut, dass meine Tochter Denise aus Tokyo gekommen ist, um mit mir Sylvester zu feiern und anschließend ein paar Tage im Winterurlaub mit mir zu verbringen.
Sylvester mit sehr viel Fondue-Essen,
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eine Tradition die wir mal wieder aufleben ließen und den für mich obligatorischen Neujahrslauf waren klasse und so freuten wir uns beide darauf, am 02.01. früh nach Österreich in die Berge und den Schnee zu fahren.
Vor sehr langer Zeit hatte ich als Norddeutscher jeweils eine Woche Winterurlaub gemacht und mit viel Spaß und auch recht schnell skifahren gelernt.
Aber das war inzwischen 25 Jahre her !!!
Als ich dann vor ein paar Jahren nach Bayern gezogen bin, wollte ich diese Leidenschaft eigentlich wieder aufleben lassen.
Allein die Tatsache, dass ich ungefähr zu der Zeit als ich mit dem skifahren angefangen hatte, ich mir beim Fußballspielen das Kreuzband im rechten Knie abgerissen hatte, hielt mich vom Wiedereinstieg ab. Damals war das noch eine größere Sache mit Bandersatz und einer ca. 25 cm langen Narbe. Seitdem war ich etwas vorsichtig mit den „Knie gefährdenden Sportarten“.
Ausserdem wollte ich in den letzten fünf Jahren die Ironman-Vorbereitungen nicht durch Verletzungen riskieren 😉 .
Nun, da in 2018 , ich weiß nicht, ob es inzwischen alle mitbekommen haben 😉 , keine Langdistanz ansteht, war der Weg frei, um seit sehr langer Zeit mal wieder auf Skiern zu stehen. Noch dazu, dass sich Denise inzwischen zu einer guten Skifahrerin entwickelt hat und ihre neuen, extra mitgebrachten Ski im Schnee der Alpen einweihen wollte.

Die problemlose Anfahrt in unser Skigebiet Bad Gastein in Österreich endete mit einem grandiosen Anblick bei strahlenden Sonnenschein auf die verschneite Bergwelt.

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Da waren wir dann auch nicht mehr zu halten. Zügig wurde für mich die Ausrüstung ausgeliehen und die Liftkarte für den Hausberg besorgt.

Dann ging es tatsächlich los. Das erste Mal seit über 25 Jahren auf Skiern!!!
Und das war mir auch anzusehen 😉 . Während mir die Liftfahrt auf den Hausberg mit Unterstützung durch Denise noch gut gelang, hatte ich auf der ersten Abfahrt ganz schön wackelige Knie. Der Unterschied zwischen den inzwischen etablierten Carvern und den mir noch bekannten 2 Meter langen Ski war doch schon recht groß. Diese neuen Dinger machten einfach was sie wollten 😉 . Ich bin das erste Mal mit Müh und Not und mehr schlecht als recht den Hausberg runter. Aber von so etwas lassen wir uns ja nicht abschrecken 😉 und fuhren noch etliche Male hoch und runter, bis die Beine meinten, dass es für den ersten Tag dann auch wirklich reichte.
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Wir freuten uns schon auf die nächsten Skitage und beim Abendessen war uns klar, dass wir am nächsten Tag dann auch hoch ins „richtige“ Skigebiet wollten.


Die Freude währte allerdings nicht lange und erhielt einen ordentlichen Dämpfer, als wir am nächsten Morgen feststellen mussten, dass Denise ihre neuen Ski nicht mehr im Hotel-Skikeller aufzufinden waren 😦 😦 😦 . Das Hotelpersonal war sich ziemlich sicher, dass hier nur eine Verwechslung vorliegen konnte und jemand die Skier aus Versehen vertauscht hatte. Sie waren der Meinung, dass die Ski spätestens am Abend wieder auftauchen. Um uns dadurch nicht den Tag verderben zu lassen, haben wir ihr kurzerhand ein paar richtig gute Ski ausgeliehen.
Um es vorweg zu nehmen, sooft wir in den nächsten Tagen auch den Skikeller aufsuchten, die Skier blieben verschwunden. Auch wenn die Polizei ebenfalls von einer Verwechslung ausging, blieb die Tatsache, dass die Ski endgültig, aus welchem Grund auch immer, weg waren. Mehr als ärgerlich 😦 .
Zurück zum Ski fahren. Die Abfahrt, die wir uns im „richtigen“ Skigebiet ausgeguckt hatten, war für mich die richtige Mischung aus Anstrengung und Erholung. Für Könner sicherlich sehr harmlos, aber für mich auch anspruchsvoll. Mit zunehmender Übung fügten sich die Carver auch immer mehr meinen Anweisungen und das Fahren wurde immer flüssiger und machte dementsprechend auch immer mehr Spaß 🙂 .

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Aber dann passierte es !

Kurz vor der geplanten Mittagspause, ich war richtig schön in Fahrt, als ich an den rechten Pistenrand wollte um anzuhalten. Aus den Augenwinkeln bemerkte ich, das mich rechts noch eine Fahrerin überholen wollte. Um einen Zusammenstoß zu verhindern zog ich noch einmal gerade und plötzlich fand ich mich der Länge nach im Schnee wieder! Ups, wie kam das denn?? Nicht so richtig realisierend was wirklich passiert war, richtete ich mich ganz langsam wieder auf. Jetzt spürte ich, dass ich an der linken Schulter und am rechten Daumen ordentlich etwas mitbekommen hatte. 😦 .
Mühsam und unter Adrenalineinfluss gelang es mir bis zur nächsten Hütte zu kommen, um mich dort etwas zu erholen.
Denise bat ich doch noch ein paar Abfahrten zu machen, denn sie sollte ja nicht wegen meiner Schusseligkeit aufs Skifahren verzichten.  Da sich der Himmel immer mehr zuzog und bald starker Schneefall einsetzte, holte mich Denise ab, um gemeinsam ins Tal zu fahren. Das ging dann auch gerade noch so.

Auf dem Hotelzimmer wurde der „Schaden“ dann in Augenschein genommen. Der Daumen, der sich an der Handschlaufe vom Skistock gestaucht hatte, war fast auf die doppelte Größe angeschwollen 😦 . Die Schulter schmerzte einfach nur ordentlich, aber äußerlich war nichts zu sehen.

Am nächsten Morgen war dann für mich nicht mehr an skifahren zu denken. Auch Denise beschloss lieber bei mir zu bleiben, als allein auf die Piste zu gehen. außerdem war immer noch starker Schneefall, sodass skifahren ohnehin nicht mehr so einfach möglich gewesen wäre.
Wir überlegten kurz, ob wir vorzeitig abreisen sollten, beschlossen dann aber die Annehmlichkeiten, wie z. B. das hervorragende Abendessen, weiter zu nutzen und machten uns auf den Weg nach Zell am See. Vom See war aufgrund des Schneetreibens nicht viel zu sehen.
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Bei einem sehr leckeren Stück Sachertorte und dem beinahe Blick auf den See beschloss ich im Sommer noch einmal wieder in diese tolle Gegend zu kommen. Vielleicht sogar zum 70.3 Ironman Zell am See.

Am Freitag machten wir uns dann wieder auf dem Heimweg.
Trotz aller Ärgernisse und Missgeschicke waren wir uns einig, dass wir einen tollen Urlaub hatten und die gemeinsame Zeit das Wichtigste war.
Vor ihrem Rückflug nach Tokyo versprach ich Denise noch am Montag zum Arzt zu gehen.
Versprochen ist versprochen ! Was dabei herauskam, lesen wir im nächsten Post 😉 .

Unterschätzt!

Ja, ich habe ihn wirklich unterschätzt.
Aber der Reihe nach.
Ich hatte, weil ich ein paar Urlaubstage mehr mit ins nächste Jahr nehmen wollte, als es dann möglich war, unvermutet die Zeit für eine Woche Urlaub. Nach kurzer Überlegung war klar, ich wollte noch einmal in die Sonne um dort ganz relaxed etwas Rad zufahren, zu schwimmen und auch zu laufen. Auch das Ziel war schnell gefunden. Was ich vor hatte lässt sich Mitte Dezember am Besten auf den Kanaren machen.
Das Playitas Resort auf Fuerteventura, wo ich bereits vor zweieinhalb Jahren zur Ironman-Vorbereitung ein paar Radkilometer gesammelt hatte, war genau das richtige für mich.


Also nicht mehr lange überlegt, sondern flott gebucht und dann ging es auch schon bald los. Für mich als Sonnenkind ist es schon etwas besonderes aus dem nasskalten Deutschland in der warmen Kanarensonne anzukommen. Dank des sehr frühen Fluges
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und des reibungslosen Transfers, stand ich schon nach kurzer Zeit in kurzen! Shorts und Shirt, um das erste Läufchen zu machen und dies einfach nur zu genießen 🙂 .
Am nächsten Tag holte ich das reservierte Rennrad, ich hatte mir ein Cervelo S2 gegönnt,
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ab und freute mich auf die erste Ausfahrt zum einrollen.
Schon nach den ersten KM kam die Erinnerung zurück.

Der Wind! Der ständige Begleiter auf den Kanaren. Heftig und wie immer direkt von vorn 😉 . Na ja, dafür war er wenigstens angenehm warm.
Auf den weiteren Ausfahrten wurde mir deutlich bewußt, wie schnell die mühsam im Frühjahr und Sommer aufgebaute Form wieder nachgelassen hatte. Da nützt einem auch das beste Rad nichts 😉 . Besonders die Berge bzw. Hügel hoch fehlte einfach die Power in den Beinen. Das ich nach dem Ironman Hamburg nur noch wenige Ausfahrten mit dem Mountainbike gemacht hatte, machte sich jetzt deutlich bemerkbar.

Aber was soll’s. Ich war ja schließlich hier im Urlaub und nicht im Trainingslager für eine anstehende Langdistanz.
So habe ich einfach die Sonne, das Meer und die Landschaft genossen und eben gestrampelt was ging 🙂 . Mit Sebastian Kienle, der so etwas von locker auf einer Ausfahrt an mir vorbei fuhr, konnte ich eh nicht mithalten 🙂 .


Ohne Stress habe ich auch die anderen Annehmlichkeiten die der Club bietet, wie z. B. ein angenehm temperiertes 50m Becken genutzt. Seit Jahren war ich auch mal wieder im Fitness-Studio und ich muss sagen, die Arbeit mit Gewichten hat mir mal wieder gut getan und Potential aufgezeigt, was der Muskelkater am nächsten Tag bekräftigt hat.

Die Woche ging natürlich wieder einmal viel zu schnell um.

MEDION Digital Camera

Adios

Aber ich war jetzt, mit der Sonne im Herzen, gewappnet für den Winter in Germany!

Mal etwas anderes

Schon während der Ironman-Vorbereitung hatte ich mir vorgenommen, wenn der Saisonhöhepunkt vorbei ist, gehe ich in die Berge.
Nachdem hierfür im September das Wetter, zumindest an den Wochenenden, leider nicht so optimal war, kamen wir erst Mitte Oktober zu unserer ersten Bergwanderung.
Einmal im Jahr gehe ich mit fünf Kollegen in die Berge und so wollten wir bei herrlichem Wetter an den Spitzingsee, mit dem Ziel auf die Rotwand (1884 m) zu wandern. Weil es eine der bekanntesten Routen im Münchner Raum ist, machten wir uns recht früh auf den Weg und wählten den mit über 4 Stunden deutlich längeren Aufstieg, anstatt den viel begangenen kürzeren Weg. Diese Entscheidung war goldrichtig, denn wir trafen kaum auf andere Wanderer und konnten so die wunderbare Landschaft genießen 🙂 .

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Ich liebe die Herbstfärbung mit ihren unglaublich vielfältigen Farben.
Natürlich ist der Indian Summer in den Staaten noch spektakulärer und man sollte ihn auch mal bewundert haben, aber deutlich günstiger, damit auch öfter machbar und auch wunderschön kann man den Herbst auch in unseren Wäldern erleben 😉 .

Umso größer war dann der Schock, als wir dann bei der Rotwandhütte ankamen. Es war voll! Rappel voll!!! Wo kamen auf einmal all diese Menschen her?

IMG-20171019-WA0014Nach einer kurzen Rast machten wir uns weiter auf den Weg hoch zum Rotwand-Gipfel. Allerdings kam nicht so recht Freude dabei auf, denn der leichte Anstieg gestaltete sich wie ein Gänsemarsch Samstagnachmittag in der Fußgängerzone 😦 .
Trotzdem haben wir natürlich die grandiose Aussicht auf die umliegende Berglandschaft genossen und ein paar Gipfelfotos geschossen.


Für den Abstieg haben wir dann auch den kurzen Weg gewählt, weil ganz in der Nähe eine der besten Konditorei von ganz Oberbayern mit sagenhaften Torten auf uns wartete. 🙂 🙂 🙂

Kann es das mit dem Bergwandern in 2017 denn schon gewesen sein??
Natürlich nicht !!
Eigentlich hatten wir mit Freunden vor, am 500. Tag der Reformation gemütlich in der Sauna den Thesen Martin Luthers zu gedenken 😉 .
Nur war es wider Erwarten schon früh am Morgen strahlender Sonnenschein. Zwar knapp 3°, aber Sonne.  Da die Anderen trotzdem am ursprünglichen Vorhaben festhalten wollten, entschloss ich mich allein noch einmal in die Berge zu gehen. Mit Freude nahm ich meine Flexibilität und Spontanität zur Kenntnis 🙂 .
Mein Ziel war die Tegernseer Hütte, deren atemberaubende Lage mich schon vor vier Jahren beeindruckt hat.
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Durch den Abstimmungsprozess mit den Anderen kam ich etwas später auf dem Ausgangsparkplatz an und man sah deutlich, dass ich nicht allein die Idee hatte diesen tollen Tag für eine Bergwanderung zu nutzen 😉

Trotz Sonne war es mit knapp vier Grad immer noch frisch und im Schatten noch ein bisschen frischer. Da ich ja nun allein unterwegs war und mein Tempo selbst bestimmen konnte, sollte dies durchaus etwas flotter ausfallen. So machte ich mich an den Aufstieg , der besonders im unteren Bereich gleich steil losging und ich dabei richtig ins schwitzen kam. Ich Dummy, hatte allerdings nicht daran gedacht, mir für den Abstieg trockene Kleidung mitzunehmen.  Flachländer halt !!

Es machte richtig Spaß mit flottem Schritt andere Wanderer zu überholen.
Aber immer mit Blick auf den matschigen und dadurch auch rutschigen Weg und natürlich immer wieder auch ein Auge auf die tolle Natur und Zeit für Fotostops.
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Mit zunehmender Höhe wurde dann aus dem Matsch immer mehr Schnee, bis der Weg und die gesamte Umgebung vollständig in weiß gekleidet waren. Echt Schnee, das war richtig cool 😉 .


Nun stand eine Entscheidung an. Entweder auf dem normalen Weg weiter zur Hütte oder auf dem direkterem Weg mit Klettereinlagen hoch nach oben. Ich konnte mich daran erinnern, dass die Kletterpassagen vor vier Jahren für mich bei Trockenheit kein Problem waren. Das wird jetzt mit Schnee und zugegeben dafür nicht ganz optimalen Schuhwerk sicherlich etwas schwieriger. Da ich wie bereits erwähnt nur auf mich allein achten musste, beschloss ich es einfach zu versuchen. Und? Es war einfach grandios! Ich mag diese Herausforderungen sehr und den Kitzel etwas (für mich) nicht alltägliches, zu tun und die volle Kontrolle dafür zu haben, welchen Schritt man als Nächstes macht.
So kam ich dann auch wohlbehalten an der Hütte an, machte mich aber gleich weiter auf den Weg hoch zum Roßstein (1698 m) und ließ mich wieder von der überwältigenden Aussicht fesseln. Dann ging es wieder das kurze Stück hinunter zur Hütte und ich fand einen Platz auf der Sitzbank direkt über dem Abgrund. Bei dieser Hammeraussicht schmeckten die Wiener Würstchen und das Spezi besonders gut 🙂 .

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Und wieder Stand die Entscheidung an. Entweder wieder klettern wie auf dem Hinweg oder den etwas ruhigeren Weg, der bezeichnenderweise „Altweibersteig“ heißt wie die meisten Wanderer zu nehmen. Ich dachte ruhig und gemütlich kann ich auch wenn ich (noch) älter bin 😉 und wählte wieder die leicht kribbelnde Variante. Diesmal war ich aber doch froh, dass an den besonders anspruchsvollen Passagen Stahlseile gespannt waren. Durch die Sonne war der Schnee angeschmolzen und dadurch richtig rutschig geworden.
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Auf den dann flacher werdenden Abschnitten war ich dann wieder flotter unterwegs, was sich abends dann in den Knien bemerkbar machte. Auch die Hose und die Schuhe haben beim flotten Abstieg noch einmal ordentlich Matsch abbekommen. 🙂
Trotzdem ließ ich mich nicht davon abhalten der zweitbesten Konditorei am Tegernsee einen Besuch abzustatten und beendete diese schöne Bergtour traditionell mit zwei sehr leckeren Stücken Torte  🙂 🙂 🙂

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass dieses Bergwandern eine sehr schöne Ergänzung zum Triathlonsport ist und auch konditionell und muskulär durchaus anspruchsvoll sein kann. Es macht mir richtig Spaß, in so einer tollen Kulisse, als Stadtkind, die Natur zu genießen und unterwegs zu sein.

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Ein Vorhaben musste ich jedoch verschieben, aber für 2018 steht die Besteigung eines 3000-ers oben auf meiner Bucket-List 😉 .