Countdown Berlin

Jetzt sind es nur noch ein paar Tage bis zum diesjährigen sportlichen Höhepunkt, den Marathon in Berlin.

Rückblickend war die Vorbereitung sehr durchwachsen. Immer wieder waren es „kleinere“ Verletzungen, die mich zurückgeworfen haben. Ich hatte ja hier darüber berichtet und ich will den „Wehwehchen“ jetzt aber keine Beachtung
mehr schenken, sondern nur noch positiv an den kommenden Sonntag denken.

Den Berlin-Marathon hatte ich mir ausgeguckt, weil ich hier vor zwanzig !!! Jahren, sowohl von der Zeit her, aber auch emotional, meinen besten und schönsten Marathon gelaufen bin.
Außerdem wollte ich einmal noch einen Marathon unter 4 Stunden laufen, nachdem ich das letztes Jahr in Wien knapp verpasst hatte 😉 .
Nachdem die Vorbereitung jedoch nicht optimal gelaufen ist, dies aber für mich die Voraussetzung ist um überhaupt eine Chance zu haben dieses Zeitziel zu erreichen, habe ich mich inzwischen davon verabschiedet (zumindest für Berlin 😉 .
Jetzt gilt es überhaupt erst einmal ins Ziel zu kommen und den Marathon möglichst zu genießen.

Entgegen jeder Trainingslehre und zugegeben auch entgegen jeder Vernunft, hatte ich mich entschlossen eine gute Woche vorher noch einen 30 Km Trainingslauf zu machen, was ich dann auch tat. Natürlich war immer ein Zwicken hier und da zu spüren,
aber insgesamt habe ich durchgehalten, auch wenn ich hinterher richtig platt war 😉 .

Ich denke allein für den Kopf habe ich diesen längeren Lauf noch gebraucht und bin gespannt, ob ich hierbei doch zuviel Körner verbraucht habe. Wahrscheinlich aber ist das Gegenteil der Fall und mir wird es in Berlin richtig gutgehen.
Vielleicht kann ich ja die Trainingslehre mit einem bewussten langen Lauf kurz vor dem Marathon nicht nur bereichern, sondern sogar revolutionieren 🙂 🙂 .
Wir werden es sehen und ich werde berichten.

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Fuschlsee Teil 2 oder Race the Lake

Was hatten wir nicht für einen traumhaften Sommer 2018!
Schade nur, dass er ausgerechnet am Fuschsee-Man Wochenende etwas Pause gemacht hat.
Der Sonntag begrüßte uns dann auch mit 12°-13°, die sich aufgrund der vielen warmen Tage deutlich frischer anfühlten.
Für die Meisten sind das ja optimale Lauftemperaturen, ich hätte es gern so 20° oder wärmer. Aber das Leben ist ja kein Wunschkonzert 😉 . Allerdings hatte der Regen nicht nur die ganze Nacht durchgehalten, sondern war stärker geworden. Es goss Sonntagmorgen in strömen 😦 .
Da ich die Strecke um den See von meinem Neujahrslauf 2017 bereits kannte, ahnte ich schon, das es rutschig werden könnte.
Fast unbeeindruckt vom Wetter machten sich über 400 Läufer/-innen auf den Weg, den See zu umrunden.20180824_150644

Es ging zuerst ein paar Meter auf Asphalt hinaus aus den Ort und auf kleinen Schotterwegen hin zum See.
Auf der ersten Hälfte ging es hauptsächlich auf Waldboden, fast immer mit Blick auf den See, stetig kurze aber steile Anstiege hoch und natürlich auch wieder runter. Bei den Anstiegen freuten sich die Oberschenkel und abwärts waren die Knie begeistert. Man musste schon hoch konzentriert bleiben, um die Unebenheiten frühzeitig zu erkennen, was mit Brille im Dauerregen nicht immer so einfach ist.
Eigentlich wollte ich ja nur einen gemütlichen Trainingslauf machen, um zu sehen, ob Sehnen und Bänder bereit sind für den Berlin-Marathon in drei Wochen 🙂 .
Kurz vor Kilometer 9 passierte es dann. In einer steileren Abwärtspassage bin ich auf einer nassen Baumwurzel heftig umgeknickt und dachte im ersten Moment, das war es dann mit laufen. Nach dem ersten Schreck und ein paar Meter gehen,
habe ich wieder vorsichtig versucht zu laufen. Schmerzhaft zwar, aber es ging. Die letzten zwei Kilometer wieder in den Ort hinein waren dann auch wieder asphaltiert , sodass das Laufen wieder kontrollierter wurde.
Alle Finisher wurden beim Zieleinlauf von den Zuschauern lautstark bejubelt und gefeiert.

Den Blick auf die Garmin konnte ich mir trotz allem nicht verkneifen und für die 12 Km mit 200 Höhenmeter (gefühlt waren es 1.000 HM) habe ich dann doch 68,41 Minuten gebraucht. Beachtlich fand ich die Siegerzeit von etwas über 42 ! Minuten. Dem jungen Mann haben die äußeren Umstände offensichtlich gar nicht tangiert.
Für mich hieß es jetzt erstmal ab ins Hotel, vorsichtig Schuhe aus und die Bänder und den Knöchel am rechten Fuß kühlen, kühlen, kühlen.
Es schwoll dann über Nacht trotzdem an und wie schon mal bei der Schulter erwähnt, ist Blau nicht unbedingt meine Lieblingsfarbe 😉

Mit Fuschlseecrossing und Race the Lake war der Titel des Fuschlsee-Man auch wirklich hart erkämpft und ein Platz im letzten Drittel der Gesamtwertung ruft eigentlich nach einer Wiederholung ;:) .20180824_151702

Nein, Spaß beiseite, ich kann beide sehr liebevoll organisierte Veranstaltungen, die in einer Bilderbuchkulisse ausgetragen werden, nur wärmstens weiterempfehlen. Gerade wenn es auf das Ende der Freiwasser-Saison zugeht, kann man mit den Eindrücken
von so einem Seecrossing leichter in die Hallenbad-Saison einsteigen.
Ich habe auch gehört, dass es eine Veranstaltung gibt, bei der die größeren Seen im Salzburger Land durchschwommen werden. Klang sehr interessant und ich werde mich einmal informieren 🙂 🙂

Unnötig zu erwähnen, dass Montag dann der Sommer zurückgekehrt ist 🙂
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N.S.: Inzwischen ist die Schwellung am Knöchel, dank der guten Kühlung, wieder zurückgegangen und er hat auch wieder normale Farbe angenommen. Ein letzter längerer Lauf wird zeigen, ob und was in Berlin möglich ist 😉 .

Fuschlsee-Man Teil 1

Ironman zu sein ist schon toll.
Aber Fuschlsee-Man ist nun noch einmal etwas ganz besonderes 🙂 🙂 🙂 .

Als wir den Jahreswechsel 2016/2017 im Aktiv-Camp im Triathlonhotel Mohrenwirt am Fuschlsee gefeiert haben, habe ich das erste Mal vom Fuschlsee-Man gehört.
Da in 2017 mit Hamburg meine letzte Langdistanz anstand, dachte ich mir dass wäre doch genau das richtige für die Zeit danach.
Da das Teilnehmerfeld begrenzt war, habe ich mich diesmal frühzeitig 😉 für die Veranstaltung am letzten August-Wochenende 2018 angemeldet.
Was waren die Herausforderungen für den Fuschlsee-Man?
Die hörten sich mit Samstag schwimmen im See und Sonntag mit einer Laufrunde um den See auch recht chillig an. Auch die Distanzen von 4,2 Km schwimmen und 12 Km laufen sollten keine unüberwindlichen Hürden für mich darstellen.

Allerdings war ich mir inzwischen nicht mehr sicher, ob ich mit der Zerrung der Achillessehne überhaupt an einem Laufwettbewerb teilnehmen kann (sollte). Der fürsorgliche Doktor hatte ja zu einer Pause von zwei Wochen (mindestens) geraten, aber nachdem ich so in mich hinein gehorcht hatte, kam ich zu dem Entschluss, dass eine Woche Pause auch ausreichen sollte 😉 . Ein ganz lockerer 10 km-Lauf am Freitag vorher, sollte die finale Entscheidung bringen. Brachte er auch und ich gab mir grünes Licht für die gesamte Veranstaltung. 🙂 .
So machte ich mich voller Vorfreude auf den Weg nach Österreich und bin immer wieder überwältigt von dem Anblick wenn ich auf die Berge zufahre (solange ich die Berge nicht mit dem Rad hochfahren oder hochlaufen muss, ist alles ganz entspannt 🙂 .

Am Samstag war genug Zeit für den Check-In und einer ruhigen Vorbereitung, da die Abfahrt zum Schwimmstart erst um 12:45 h war. Die Wettkampfbesprechnung war dann auch recht niedlich, denn wir sollten nur einfach geradeaus durch den See schwimmen. Es gab allerdings, was ich vorher nicht wusste, aber wie bei open water Wettbewerben wohl üblich, keine Markierungsbojen und die Bemerkung, dass einige Teilnehmer statt der 4,2 Km auch schon bis zu 5 Km geschwommen sind, löste allgemeine Erheiterung aus. Aus Gesprächen war zu erfahren, dass die meisten Teilnehmer schon Spezialisten aus Schwimmvereinen waren und viele bereits mehrfach am Fuschlseecrossing teilgenommen hatten.
Vor uns wurden die Teilnehmer für die Halbdistanz (2,1 Km) mit Booten zu ihrem Start gebracht und wir wurden mit ganz modernen Reisebussen zum Ende des Sees gefahren.

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Das überschaubare Teilnehmerfeld reihte sich dann ganz entspannt über die Breite des Sees auf, so dass es keinerlei Rangelei beim Start gab. Auch der inzwischen stärker gewordene Regen störte uns Schwimmer nicht wirklich, nur für die Zuschauer war es etwas schade.


Da meine Anlaufschwierigkeiten inzwischen bekannt sind, wollte ich die ersten Meter ruhig angehen, was allerdings auch notgedrungen sowieso wieder aufgrund der Atemnot gar nicht anders ging. Die ersten 800 – 1.000 Meter waren dann auch mehr Brust- als Kraulschwimmen, bevor ich im Rhythmus war und gleichmäßig kraulen konnte. Zu dem Zeitpunkt war ich dann auch ans Ende des Feldes zurückgefallen 😦 .
Es war schon ärgerlich, aber inzwischen gebe ich nicht mehr nur dem Neo die Schuld, denn auch beim Laufwettkampf kommt es zu Atemproblemen, wenn ich es schnell angehe. Nach Berlin werde ich der Sache einmal auf den Grund gehen.

Weil ich zwischendurch sehr viel Brust geschwommen bin und auch sonst nach meinem Empfinden relativ gerade schwimme, war ich überzeugt auf dem direkten Weg zum Ziel zu sein. Trotzdem zog sich der See ordentlich in die Länge und ich muss eingestehen, dass ich die Entfernung wohl doch unterschätzt hatte. Vlt. hatte ich mir etwas arrogant eingebildet, wer beim IM 3,8 Km schwimmen kann und anschl. noch Rad fährt und läuft, der kann die 4,2 Km locker abspulen. Ich war dann doch froh, als ich den Zielbogen erkennen konnte und hielt geradewegs drauf zu. Mit etwas wackeligen Beinen bin ich aus dem Wasser und beim Blick auf die Uhr, die 1:39 Std. anzeigte, doch etwas enttäuscht, allerdings zeigte die Garmin auch 4,45 Km an 🙂 .
Ich hatte mit rund 10 Minuten weniger gerechnet, aber das langsame Brustschwimmen kostet halt Zeit.
Trotzdem war es ein ganz besonderes Erlebnis und alles in allem habe ich es genossen, einen Bergsee mit fast 22° !, umgeben von herrlicher Landschaft, einfach mal der Länge nach zu durchschwimmen.
Memo an mich: Wenn du im Wettkampf länger schwimmen willst, dann solltest du das auch ruhig öfter im Training machen 😉

Hier noch ein paar Fotos: (Fotograf Heiko Mandl, Hotel Mohrenwirt)

So, dass war nur der erste Teil. Um ein richtiger Fuschlsee-Man zu werden, fehlte jetzt noch der Lauf, über den ich im zweiten Teil berichten werde.

Zwangspause :-(

In der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon konnte ich mich gut an meine eigenen Trainingsvorgaben halten.
Die längeren Läufe gestalteten sich, wenn auch weiter anstrengend, zunehmend besser
und auch die etwas flotteren Läufe liefen sich etwas geschmeidiger.
Es war also alles im Plan.
So sollte der kurze ruhige Lauf am Wochenanfang auch nur fröhlich auf die mit einigen, wie die Bayern sagen,Schmankerln bevorstehende Trainingswoche einstimmen. Das nach zwei Kilometern ein Gewitter mit Starkregen über uns hereinbrach sei nur am Rande erwähnt. Viel bedenklicher war, dass nach gut drei Kilometern es unterhalb der rechten Wade anfing zu zwicken. Da wir eh vorhatten kurz zu laufen, das Wetter auch
recht heftig war, zogen wir es vor, nach fünf Kilometern wieder zurück in die Firma zu laufen, wo die warme Dusche schon auf uns wartete. Im Verlauf des Abends und am nächsten Tag ließen die „Beschwerden“ an der Wade/Achillessehne spürbar nach.
So konnte ich dann auch mein Versprechen wahr machen, meinen Laufkumpel Karl, auf seinen ersten 20-iger nach Verletzung, zu begleiten. Schließlich ist er auch für Berlin gemeldet und soll dort auch ins Ziel kommen.
Wir liefen entsprechend moderat los und trotzdem machte sich schon nach gut zwei Kilometern der Wadenansatz wieder bemerkbar 😦 .
Da es aber nicht schlimmer wurde und es bei einem ertragbaren Permanent -Schmerz blieb, liefen wir im ruhigen 6-Tempo weiter.
Nach 19 Kilometern waren wir dann am Ausgangspunkt zurück, wobei ich sagen muss, dass die letzten 4-5 Kilometer dann nicht mehr ganz so angenehm waren 😦 .
Zuhause angekommen wurde die Wade erst einmal ordentlich gekühlt und für den Rest des Tages auch relativ ruhig gestellt. Die Hoffnung, dass des am nächsten Tag wieder spürbar besser sein würde hat sich leider nicht erfüllt. Eher das Gegenteil war der Fall.
Treppensteigen, besonders runter, war nur sehr schlecht möglich und dabei war ich den Marathon doch noch gar nicht gelaufen.
Obwohl es müßig ist, sich darüber Gedanken zu machen, überlegt man doch, wie es dazu kommen konnte. Nach einen der längeren Läufe hätte ich es ja noch verstanden, dass es zwickt, aber nach nur drei Kilometern war es schon etwas seltsam.
Die einzig logische Erklärung war, dass vlt. doch ein kleiner Blitzschlag bei dem Gewitter, mir direkt in die Wade gefahren ist 😉 .
Nun galt es abzuwegen, was zu tun ist. Abwarten und Tee trinken oder wie auch Freunde geraten haben, keine Zeit zu verlieren und zum Arzt zu gehen. So entschied ich mich für Letzteres und wurde, nachdem mich der Hausarzt direkt weitergeleitet hat, beim Orthopäden vorstellig. Leider nicht bei dem jungen sympathischen Arzt, der mich wegen der Schulter behandelt hatte, weil der natürlich nichts besseres zu tun hatte, als irgendwo am Strand zu liegen, wenn er gebraucht wurde 😉 .
Ein Ersatz war aber auch schnell gefunden und ich musste all meinen Charme bei der Assistentin aufbieten, um noch einen Termin am gleichen Tag zu bekommen 🙂 .
Nach gründlicher (Ultraschall-) Untersuchung kam die gute Nachricht, dass die Sehne nicht beschädigt war, sondern es sich „nur“ eine sehr heftige Prellung handelte. Wie zum Teufel hatte ich mir eine Prellung beigebracht ???
Der Doc meinte, wenn ich jetzt mal zwei Wochen (mindestens) das Bein ruhig stelle, kühle und mit Bandagen versehe, wäre ich danach wieder fit für neue Taten. Das ich mich gerade in der Marathonvorbereitung befinde und eigentlich trainieren sollte, quittierte er mit einem Lächeln und rat mir, wenn ich nicht länger etwas davon habe wollte, zu den o. g. Maßnahmen.
Verdammter Mist! Aber was hilfst es den Kopf in den Sand zu stecken.
Dann werde ich jetzt einfach etwas mehr radfahren und schwimmen, was in in Anbetracht des bevorstehenden Fuschlsee-Crossing, ja auch nicht schlecht wäre.
Es ist natürlich schade, dass ich mich von meinem Zeitziel verabschieden kann, aber ich hoffe einfach mal darauf, dass ich in Berlin überhaupt an den Start gehen kann.
Marathon mit Sightseeing-Charakter wäre auch einmal eine neue Erfahrung ;-).

Eine Anekdote zum Schluss um zu sehen wie klein die Welt ist.
Bei der Untersuchung bewunderte der Orthopäde meine lange Narbe am Knie und fragte wo ich denn das Kreuzband habe operieren lassen.
Als ich ihm sagte das es vor 30 Jahren in der Medizinischen Hochschule Hannover beim Professor Tscherne war und ich bis heute sehr zufrieden mit dem Ereignis bin, musste er laut lachen, denn nach weiteren Details stellte sich heraus, dass er bei der OP dem Prof. damals assistiert haben muss 🙂 .

Ein neuer See muss her !

Eigentlich war ich mit meinem bevorzugten See, den Feringasee https://de.wikipedia.org/wiki/Feringasee
im Nord-Osten von München sehr zufrieden.

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Jetzt allerdings gar nicht mehr 😦 .
Aber von Anfang an.
Motiviert durch die warmen Temperaturen und des Ende August bevorstehenden Fuschlsee-Crossing, bin ich am frühen Nachmittag, Gleitzeit sei Dank 😉 , an den See gefahren, um endlich mal wieder etwas zu schwimmen.
Aufgrund der hohen Luft- und auch angenehmen Wassertemperaturen natürlich ohne Neo.
Der Plan war ans gegenüberliegende Ufer zu schwimmen (ca. 500m) und natürlich wieder zurück.
Es dauert bei mir immer ein wenig, bis ich mich im Wasser wohl fühle, aber schon auf dem Rückweg war klar, dass es nicht bei der einen Runde bleiben würde, sondern es gern noch einmal das Gleiche sein darf.
Kurz vor Ende der 2.000 m hatte ich überlegt, wie cool es wäre, einmal wieder im Freiwasser und ohne Neo eine 3 vorn stehen zu haben. Gedacht, getan und irgendwie bin ich dann im Flow geschwommen.
Etwas, was mir z. B. beim Laufen sehr, sehr selten passiert. Beim Radfahren hingegen bin ich ganz froh, wenn mir das nicht passiert, denn da bin ich dann doch lieber aufmerksam 😉 .
Also stieg ich nach 3,2 Km aus dem Wasser und war äußerst zufrieden und wohlgelaunt 🙂 .
Außerdem war ich sehr froh, dass ich diesmal, wie insgesamt in diesem Sommer, von den komischen Wasserflöhen verschont wurde.

Das war, wie sich am nächsten Morgen herausstellte, ein echter Trugschluss.
Mindestens zwanzig! Stellen hatte ich am gesamten Körper. Einige davon bis zu einer Größe von 20 Cent-Münzen 😦 .
Nun informierte ich mich erst einmal, was das überhaupt für Tierchen waren, die diese Einstiche verursachten und was es damit auf sich hatte.
Es handelt es sich hierbei um Zerkarien, die man in Larvenform im Entwicklungszyklus bestimmter Parasiten der Saugwürmer bezeichnet (Quelle Wikipedia). Diese Zerkarien befallen hauptsächlich Wassertiere und dringen dort bis in die Innereien vor.
Um eines mal klarzustellen liebe Zerkarien, ich bin vieles aber ganz sicher kein Wassertier !!!
Aber die „gute“ Nachricht ist, dass die Zerkarien-Dermatitis eine harmlos verlaufende Infestation für den Menschen ist, d. h. der Befall von Menschen geschieht irrtümlich; sie sind aus Sicht der Wurmlarven ein sogenannter Fehlwirt.
Na herzlichen Glückwunsch, die Viecher irren sich und ich bin ein Fehlwirt !!!
Da können sie doch eigentlich gleich wegbleiben 😉 .

Wie dem auch sei und vorsorglich, dass sich vielleicht nicht doch eine der Larven bei mir wohlfühlt, habe ich einen anderen See gesucht und recht schnell gefunden. https://de.wikipedia.org/wiki/Heimstettener_See
Hier ist die Anreise mit 19 Km mit dem MTB ebenfalls ideal für mich. Auch wenn er nicht ganz so groß und auch das ganze Drumherum nicht ganz so schön ist wie am alten See, so reicht er für meine „gelegentlichen“ Freiwassereinheiten völlig aus. Und das wichtigste ist, dass er nach dem ersten Test larvenfrei zu sein scheint  🙂 .

Es ist schon seltsam. Da stellt man sich sonst was für Raubfische und ähnlich gefährliches vor, was im See so rumschwimmt und dabei sind es kleine Larven, die einen pisacken und den Spaß verderben 😉 .

Word Triathlon Hamburg

Es ist zwar urlaubsbedingt schon eine Weile her, aber ich möchte doch gern meine Eindrücke zum Word Triathlon hier festhalten.

Da ich noch sehr gute Erinnerungen an die Atmosphäre bei der Premiere des Ironman in Hamburg  im Vorjahr hatte und mir ein Freund sehr empfohlen hatte, habe ich mich, nachdem noch Startplätze wieder frei wurden, kurz entschlossen für die olympische Distanz (OD) beim Word Triathlon angemeldet.

Natürlich wäre ich für eine olympische Distanz nicht durch fast ganz Deutschland gefahren, aber da sowieso zu der Zeit ein Besuch in der alten Heimat anstand, passte es ganz gut, denn von Hannover nach Hamburg ist es dann auch nicht mehr weit.

Gesagt getan, das Rad im Auto verstaut und schon konnte es losgehen. Ich war schon sehr gespannt wie es gehen würde, denn so richtig viele Kilometer hatte ich noch nicht in den Beinen.
Ja, ich weiß, eine OD geht immer, aber trotzdem sollte man diese nicht unterschätzen, da man doch mit einer anderen Pace unterwegs ist als auf der Langdistanz.

Da ich sehr lange in Hamburg gearbeitet habe und die Schwimm- und Laufstrecke noch gut vom Vorjahr in Erinnerung hatte, war mir auf eine angenehme Weise alles recht vertraut.

Nachdem der Bike Check-in erst am Wettkampftag war, konnte ich den Samstag mit der Startunterlagen-Abholung und Besuch der Messe locker gestalten.

Außerdem hatte ich noch genügend Zeit mir das Rennen der Frauen-Elite anzusehen.
Es ist schon beeindruckend, wenn man ganz nah dran ist, zu sehen, mit welchen Geschwindigkeiten die Frauen auf dem Rad und zu Fuß unterwegs sind. Grenzwertig ist allerdings die fettfreie Körpermasse die ein Großteil der Teilnehmerinnen aufzuweisen hatte 😉 .
Leider war die Pastaparty in einer italienischen Restaurantkette nicht ganz das, was ich erwartet hatte. Beim nächsten Mal dann eben wieder auf eigene Faust.

Nach eine ruhigen Nacht machte ich ich auf zur größten Wechselzone die es im Triathlonsport gibt.
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Und auch hier kamen sofort die Erinnerungen aus dem Vorjahr hoch und eines war sicher, so ein Missgeschick wie beim IM wird mir nicht noch einmal
passieren . (IM Hamburg)
Die Wechselzone war rasch eingerichtet, dass Rad aufgehängt, sodass noch genügend Zeit blieb, um in den Neo zu kommen 😉
Der Schwimmstart war äußerst angenehm, da hier im 10 Minuten Abstand jeweils 100 – 150 Teilnehmer in die Alster geschickt wurden.
Also kein Gedränge und Geschubse. Und trotzdem waren die ersten 500m wieder katastrophal. So ging es erstmal mit einem Wechsel von Brust- und Kraulschwimmen los. Auch wenn ich versucht habe, die Kraulphase immer etwas weiter auszudehnen, hatte ich mich innerlich von einer halbwegs vernünftigen Schwimmzeit verabschiedet. Umso erstaunter war ich, als ich nach 31 Minuten aus dem Wasser stieg, Mit einer Zeit also, die für mich absolut i. O. war.
Dann ging es fast bis zum Ende der langen Wechselzone ans Rad und ich brauchte ewig bis ich den Neo aushatte. So eng wie er war, hatte er sich auch noch an den Beinen richtig festgesogen 😦 . Beim Vergleich der Wechselzeiten in meiner AK lag der Schnitt so zwischen vier und fünf Minuten. Ich hingegen habe über neun !! Minuten gebraucht. Hier liegt also noch richtig Potential verborgen.
Auf der Radstrecke habe ich mich gut gefühlt und mir vorgenommen von Beginn an Druck zu machen. Im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten natürlich 😉 .
So war ich dann auch mit einer Radzeit von 1:10 Std. gut zufrieden. Da jetzt nur noch ein Schuhwechsel anstand, gab es auch keine größeren Zeitverluste mehr in der WZ2 😉 .

Die Laufstrecke führt größtenteils um die Alster und wie beim IM war die Stimmung auch hier wieder großartig.
Musste ich jetzt Tribut zollen, weil ich auf dem Rad über meine Verhältnisse gefahren bin ??
Nein, eigentlich lief es sich gut an und nachdem ich die lange Wechselzone ver-
lassen hatte, ging es dann mit viel Zuschauerunterstützung um die Alster herum.
Auch wenn am Ende ( nur) eine 52:12 Min für die 10 KM herauskam, konnte ich beim Laufen einige Plätze gutmachen. Ich hatte mich beim Wechsel ja ausgeruht 🙂 ,
sodass ich mit einem breiten Lächeln auf dem Rathausmarkt mit viel Beifall über die Ziellinie gelaufen bin.
Da ich mich unterwegs auf meiner Garmin verdrückt hatte, ich bin immer so aufgeregt, wenn die Uhr im Multisportsmodus ist 🙂 , habe ich im Ziel erst einmal nach der offiziellen Zeit geschaut.
Oben leuchtete dann ein 2:47:31 Std. auf und ich musste zweimal hinsehen, ob die Zeit auch zu meinem Namen passte 😉 .
Aber ja, ich war es wirklich. Vorgenommen hatte ich mir nach Möglichkeit knapp unter    3 Std. zu kommen, aber dass es so gut geklappt hat, hätte ich nicht erwartet.
Neben der doch noch für mich guten Schwimmzeit, hat das Radfahren schon besonders gut geklappt. wobei ich ehrlicherweise sagen würde, dass die Strecke vlt.
doch einen Kilometer zu kurz war 🙂 .

 

Fazit:: Für mich war Hamburg definitiv wieder eine Reise wert und der Word Tri eine durchweg gut organisierte Veranstaltung und wer es mag, mit einer tollen Unterstützung der Zuschauer.  Auch wenn es oben sehr noch Fokus auf die einzelnen Zeiten aussieht, so hat mir die OD sehr viel Spaß gemacht und besonders beim Zusammenspiel mit den Zuschauern kam viel Freude auf!

Am nächsten Tag den Hamburg-Besuch noch ein wenig am Elbstrand ausklingen lassen.
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Die andere Seite

Ich hatte ganz kurzfristig entschlossen mich ein paar Freunden anzuschließen und einmal die andere Seite einer Langdistanz kennenzulernen.
Und zwar als Zuschauer 😉
Es ist schon unglaublich. Ich habe an fünf Langdistanzen teilgenommen, aber ich bin noch nie als Zuschauer dabei gewesen. Also wurde es höchste Zeit 🙂 .

Um auch beim Schwimmstart dabei zu sein, war bereits Sonntagmorgen! um 4:30 Uhr Abfahrt aus München. Aber es hat sich mehr als gelohnt.
Auf der vollbesetzten Brücke zu stehen und auf den Main-Donau-Kanal herunter zu schauen und die Atmosphäre so kurz vor dem ersten Startschuss aufzusaugen, hatte schon etwas ganz besonderes.

Da in Roth in Gruppen und mit Minutenabständen gestartet wird, konnte man von oben gut erkennen, dass es nur kurz nach dem Start etwas eng zuging und das schon nach kurzer Zeit eigentlich ruhiges und ungestörtes Schwimmen möglich war.
Komisch, ich kann mich nur daran erinnern, dass ich gefühlt von tausend Schwimmern/-innen umgeben war und es recht wuselig zuging 😉 .
Schade, dass ich ein so schlechter Fotograf bin, denn die Schwimmer/-innen wie Perlen aufgereiht von oben im Kanal zu sehen, hätte bessere Fotos verdient.

 

Auf der Brücke haben wir dann gesehen wie die Profis und auch schon ein paar Altersathleten auf dem Rad sich daran machten die 180 Km so gut und so schnell wie jedem möglich in Angriff zu nehmen.

Wir wanderten derweil gemütlich durch den Ort zum wohl berühmtesten Hotspot der Triathlonwelt.
Den Solarer Berg
Die brodelnde Stimmung, die vielen tobenden Zuschauer, die aufputschende Musik aus den großen Lautsprechern, dass alles hat mich schlichtweg umgehauen.
Mit viel Glück habe ich noch ein kleines Plätzchen, da wo es etwas steiler wurde, am Berg gefunden, um mit Spannung auf die ersten Profis zu warten.
Durch die Menschenmassen konnte man sie zwar noch nicht sehen, aber der Jubel wuchs, je näherer sie kamen, frenetisch an und die kleine Gasse zum durchfahren kam immer näher auf mich zu.
Ich habe es zweimal als Teilnehmer erlebt und damals eigentlich nur gebetet „hoffentlich machen die den Weg frei“ „hoffentlich machen die den Weg frei“.
Die tolle Erinnerung daran, war sofort wieder da und auch als begeisterter Zuschauer kannst und sollst du dich der Magie des Solarer Berges nicht entziehen.
Mindestens zehn Zentimeter Gänsehaut und das durchgängig, so lange bis du wieder vom Berg heruntersteigst.
Sicher sind auch einige Teilnehmer dort verbissen oder verängstigt hochgefahren, aber die Meisten hatten ein strahlendes Lächeln im Gesicht oder wurden sogar von Freudentränen überwältigt.

Ich kann nur jedem raten dort einmal live, egal ob als Zuschauer oder als Teilnehmer (noch intensiver), dabei zu sein. Ein Erlebnis das tief in Erinnerung bleiben wird.
Leider kann ich hier keine Videos hochladen und auch die Bilder können nicht annährend die Stimmung wiedergeben, die man dort erlebt, wenn man live dabei ist.

 

Um emotional zwischendurch mal wieder etwas runterzukommen, wurde mit Rührei, Schinken und Kaffee erst einmal ordentlich gefrühstückt.
Während sich die Athleten auf der Radstrecke befanden, wollten wir die Zeit nutzen, um selbst etwas Sport zu treiben. So ging es zurück zum Schwimmstart, wo das Auto geparkt war, um die Schwimmsachen zu holen und im nahe gelegenen Rothsee selbst ein bisschen zu schwimmen.

 


Eine willkommene Abwechselung und Abkühlung. Nur zu gut konnte ich nachempfinden wie es den Athleten dort draußen auf der Radstrecke ging,
denn inzwischen war es richtig warm geworden.
Echtes Langdistanz-Wetter eben 😉 .

Nach einem kurzen Rundgang über die Expo, die sich in den letzten beiden Jahren deutlich vergrößert hat, ging es dann ins Stadion (die haben hier echt ein eigenes Triathlonstadion aufgebaut), um mit Spannung und voller Begeisterung die ersten Männer einlaufen zu sehen.
Das Sebastian Kienle( in 7:46 Std.) gewinnen wird, war spätestens auf der Laufstrecke klar, aber dass Andres Dreitz bei seiner zweiten Langdistanz das Rennen
auch als Zweiter beenden wird, war schon eine Überraschung.
Die noch größere Überraschung aber gab es bei den Frauen. Hier hat sehr lange die sympathische Britin Lucy Charles, mit neuem fantastischen Schwimmrekord,
geführt, bevor sie auf den letzten Metern im Marathon von Daniela Sämmler überholt wurde, die in neuer Deutscher Bestzeit gewann.
Es war fast ein Zielspurt, denn es trennten die Beiden, sich bis zum letzten verausgebenden Top-Sportlerinnen, nur ein paar Sekunden.
Die ganze Zeit begleitet von einem völlig ausrastenden Publikum.
Alle befragten Profis und AK-Athleten beteuerten, dass die Zuschauer an der Strecke und im Stadion einen großen Anteil daran hätten und mit ihren Anfeuerungen dazu beigetragen haben, dass sie das Rennen erfolgreich beenden konnten.
Dem kann ich nur beipflichten.
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Aber auch der begeisterte Zuschauer braucht mal eine kurze Pause 🙂 .
Frisch gestärkt ging es dann wieder ins Stadion, um die einlaufenden Finisher zu bejubeln. Jeder Einzelne wurde hier für seine Leistung begeistert gefeiert.
Ob man im Stadion beim Zieleinlauf allerdings seine Kinder und/oder Partner/-innen
an die Hand nehmen muss, ist Geschmacksache.
Mir gefällt das nicht so, da nachfolgende Athleten tw. bei ihrem Zieleinlauf behindert wurden oder Kinder auf ihrem Zielfoto hatten, von denen sie bislang gar nichts wussten 🙂 .

Leider konnten wir das legendäre Feuerwerk zum Zielschluss nicht mehr miterleben, da wir uns dann doch vorher auf den Heimweg machen mussten.

Fazit: Auch als Zuschauer war es ein langer und durchaus anstrengender Tag und ich bin froh auch einmal die andere Seite der Faszination der Challenge Roth und des ganzen Landkreises miterlebt zu haben.
Noch ganz geflasht von den sportlichen und mentalen Leistungen der Teilnehmer ( habe ich das wirklich selbst auch schon geschafft??),
muss ich gestehen, dass es ganz tief in mir doch ein bisschen gekribbelt hat 😉 .

P.S.: Jetzt kann ich noch besser nachvollziehen, was meine Tochter Denise zweimal in Roth als Supporterin geleistet hat und sage einfach noch einmal vielen Dank dafür :-).