Cuba libre

Wie kommt so ein hochprozentiges Getränk in einen Blogpost
der eigentlich etwas sportlich angelegt sein sollte???
Lasst es mich erklären.
Nun da es amtlich ist und meine Tochter Denise ihre Zelte in
Frankreich abbricht, um ab Oktober für längere Zeit, unbefristet so zu sagen,
nach Tokyo zu gehen, hatte ich mir vorsorglich (wie Väter nun mal sind😉
ein paar Urlaubstage freigehalten, um ihr beim Zeltabbau behilflich zu sein.
Aber das Kind ist großgeworden, regelt und managt alles selbständig, sodass
Papas Hilfe nicht mehr erforderlich ist.

Cool eine Woche zur zusätzlich freien Verfügung🙂 .
Also bin ich in mich gegangen und habe auf meine Bucket-List geschaut,
wie man diese zusätzliche freie Zeit sinnvoll gestalten kann.
Und hier schließt sich auch der Kreis zur Überschrift.
Nein, ich will nicht die ganze Woche Cuba-Libre trinken😉
Höchstens einen und den aber dann auch vor Ort!!
kuba

Ich weiß gar nicht genau warum, aber ich wollte schon immer gern einmal nach Kuba.
Da trifft es sich doch hervorragend, dass der Havanna-Marathon im November stattfindet
und ich somit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann.
Die Anmeldung war dann allerdings nicht ganz so einfach. Natürlich war ich mal wieder
etwas spät dran (was regelmäßig zur Belustigung von Denise beiträgt) und die Reise
mit dem bevorzugten Laufveranstalter war längst ausgebucht. Kein Wunder, denn die,
die so eine Reise vorhaben, planen das sicher etwas langfristiger😉 .
Meiner liebevollen Hartnäckigkeit war es zu verdanken, dass es doch noch geklappt hat.
Problem war dabei wohl ein vernünftiges Zimmer in Havanna zu bekommen, denn dort
wird viel abgerissen und um- oder neugebaut, um den erwarteten Touristenansturm aus den USA zu begegnen.
Für die anschließende Rundreise nach dem Marathon war die Unterbringung dann kein Problem.

Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, nach Roth, in diesem Jahr noch an einem Marathonlauf teilzunehmen. Aber unverhofft kommt oft und so bin ich seit Anfang September wieder im Training. Es trainiert sich für mich wirklich um einiges leichter, wenn man ein so lohnendes Ziel vor Augen hat🙂
Allerdings will ich mich dafür hüten den Marathon auf die leichte Schulter zu nehmen.
So nach dem Motto, wenn du die Distanz zum Ende eines Ironman/Langdistanz schaffst, dann ist der Marathon allein sicher kein Problem. So bekommt man es auch immer wieder von den Leuten zu hören, die sich damit nicht wirklich auskennen.
Bei mir ist eher das Gegenteil der Fall.  Mir kommt es so vor, dass mir der Marathon ohne vorher radzufahren schwerer fällt.. Das mag komisch klingen, ist aber so. Außerdem bin ich den letzten Marathon solo im Jahr 2012 gelaufen.
Ich habe mir vorgenommen, nicht auf Anschlag zu laufen (was bei Temperaturen bis zu 28° auch dumm wäre), sondern vielmehr den Flair von Havanna und der Karibik aufzusaugen.

Ich freu mich schon sehr auf den Marathon und die Insel  und die Vorfreude wird beim Lesen des Reiseführers immer größer.

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So soll es sein!
Jetzt gehe ich erst einmal laufen, denn wie oben beschrieben, ein bisschen Vorbereitung sollte schon sein, um den Marathon auch wirklich genießen zu können.

Bodensee-Radmarathon

Voller Vorfreude bin ich schon am Freitagnachmittag in den Südwesten Deutschlands
nach Kressbronn am Bodensee angereist, denn am Samstag in der früh war der Start
zum 43. Radmarathon.
Die knapp 200 Km lange Anreise gestaltete sich völlig problemlos und auch
die Registrierung war dank Voranmeldung schnell erledigt.
Wie bereits erwähnt gibt es mit der Bronze-Tour und 80 Km, der Silber-Tour
mit 150 Km und der Gold-Tour mit 220 Km drei Strecken zur Auswahl.
Keine Frage, dass für einen LD-Triathleten nur die Gold-Tour wirklich reizvoll ist😉 .

Habe ich eigentlich schon mein Vorabendritual vor einem Marathon oder einer
Langdistanz erwähnt? Einige werden jetzt vielleicht den Kopf schütteln, denn
vor meinem allerersten Marathon Mitte der 90-iger hatte ich beim Italiener
statt der üblichen Pasta eine Pizza gegessen. Und da ich damals gut ins Ziel gekommen bin, habe ich diese Essgewohnheit einfach beibehalten.
Gut geschlafen habe ich trotzdem und auch die erneute Energiezufuhr mit dem Frühstück,
sorgte dafür, dass die Speicher zum Start gut gefüllt waren😉 .
Da man den Startzeitpunkt individuell wählen konnte, hatte ich mich für 7:00 Uhr entschieden, da es ein langer Tag werden sollte und der Zielschluss um 19:00 Uhr war.
Trotz der vorhergesagten warmen Temperaturen hatte ich mich für die ersten zwei Stunden für ein langärmeliges Oberteil entschieden und das war für mich genau richtig.
So ging die erste Etappe von Kressbronn in die Schweiz nach Altenrhein. Wunderbare
53 Km auf kleinen Nebenstraßen fast immer mit den Blick auf den Bodensee, der zu dieser frühen Stunde noch etwas nebelverhangen war.
Auf der 2. Etappe sind wir in der Schweiz geblieben und nach 44 Km war in Tägerwilen
bereits der zweite Kontrollpunk erreicht. Cool dabei war, dass man vor dem zweiten Frühstück schon fast 100 km auf dem Tacho hatte🙂 .
Die dritte und kürzeste Etappe war mit nur 28 Km nach Stein am Rhein. Ich habe bei der
Durchfahrt zwar nicht viel gesehen, aber es scheint ein sehr hübsches und romantischen
Städtchen zu sein.
Die vierte Etappe, mit 49 Km die Zweitlängste, bot dann ein besonderes Highlight.
Über Radolfszell ging es vorbei an der Insel Reichenau in Richtung Konstanz zur Fähre. Nach einer wunderschönen Überfahrt kamen wir in Meersburg an. Bei der Überfahrt mußte ich darüber nachdenken, dass es Langstreckenschwimmer/-innen  gibt, die den Bodensee der Länge nach, also rund  65 Km! durchschwimmen. Eine unvorstellbare Leistung, wenn man diese Dimensionen einmal live sieht.


Zum vierten Kontrollpunkt ging es so steil hoch, dass Einige doch absteigen und schieben mussten.
Nach fast sechseinhalb Stunden auf dem Rad, bei inzwischen hochsommerlichen Temperaturen, war man für eine kurze Zeit im Schatten und etwas Energiezufuhr doch recht dankbar.
Die erfahrenen Teilnehmer wiesen darauf hin, dass es gleich nach Meersburg eine 19%-ige Steigung hinaufging. Ich dachte noch das war netter Scherz, aber dem war leider nicht so.
Also auf zur fünften und letzten Etappe zurück zum Startort nach Kressbronn. Die angekündigte Steigung kam dann auch und auch die noch einmal 46 Km über Friedrichshafen waren, wie es immer so schön heißt, leicht wellig. D.h. im Klartext es ging ständig auf und ab (ich glaube mehr auf als ab😉.
Aber immer mit der fantastischen Aussicht auf den See.
Nach 8:40 Stunden hatte ich es dann geschafft und konnte die schöne (Gold-) Medaille in Empfang nehmen.


Fazit: Der Bodensee-Radmarathon ist eine sehr schöne Veranstaltung in einer extrem reizvollen Landschaft( so viele Äpfelbäume und Weinreben voll mit Früchten habe ich noch nie gesehen) .
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Die Streckenführung ist bis auf die etwas nervigen Stadtdurchfahrten am Samstagvormittag, was sich wohl nicht vermeiden lässt,
interessant und reizvoll. Die Verpflegungs-/Kontrollpunkte sind mit Obst, Riegel, Iso und Wasser ausreichend ausgestattet, können aber diesbezüglich mit  guten RTF’s nicht ganz mithalten.
Mit 220 km war dies meine längste Radtour.
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Die Beine haben gut mitgemacht und konnten sich dann am Sonntag am Strand und im immer noch mit 22° sehr angenehmen Bodensee erholen. Es macht mir z. Zt. sehr viel Spaß im Freiwasser ohne Zeit- oder Streckenvorgabe  einfach nur so zu schwimmen🙂
Die Bodenseeregion bietet sich auf alle Fälle an, hier ein paar mehr Tage, besonders mit dem Rad, zu verbringen. Ich wollte nach gut 45 Jahren einmal wieder die Insel Lindau besuchen, was allerdings auf einem Sonntagnachmittag, aufgrund der Besucher und Autokarawanen nicht möglich war und auch sicher keinen Spaß gemacht hätte.
Also ein Grund mehr wiederzukommen.

Ein weiterer Grund ist, dass mich ein Flug mit dem Zeppelin über den Bodensee
auch extrem reizen würde!
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Olympia 2016 in Rio de Janeiro

Die Olympiade 2016 in Rio de Janeiro ist nun auch schon wieder Geschichte.

Rio 2016

Ich gebe gern zu, dass ich ein Fan der Olympischen Spiele bin.
Zwar nicht ganz so verrückt wie früher, als ich z.B. bei der Olympiade
1984 in Los Angeles nachts wachgeblieben bin, um mir die Entscheidung im
Zehnkampf zwischen Daley Thomsen und Jürgen Hingsen anzusehen.

Aber auch heute schaue ich mir noch gern die Spiele im Fernsehen an.
Faszinierend dabei ist für mich, dass ich mir Übertragungen von Sportarten ansehe,
die sonst entweder nie im TV kommen oder mich nicht so interessieren.
Beispiele hierfür sind Judo (da meine Tochter dies einmal intensiv betrieben hat,
kenne ich mich hier ein wenig aus), Turnen, Beachvolleyball, Turmspringen usw.
Allerdings gibt es auch einige wenige Sportarten, die mich nun so gar nicht interessieren
wie Dressurreiten und Synchronschwimmen.
Die beiden großen Bereiche der Schwimm- und Leichtathletikwettbewerbe nehmen für mich eine besondere Stellung ein. Natürlich fiebere ich bei den Wettkämpfen mit deutscher Beteiligung besonders mit. Manchmal schon etwas wehmütig, wenn man vergangene Zeiten (das machen Ältere schon mal)😉 und großartige Sportler/-innen wie eine Heike Drechsler, Michael Groß denkt. Mit ihren damaligen Leistungen wären eine Heike Drechsler mit über 7 Meter im Weitsprung oder eine Ulrike Meyfarth mit 2,12 Meter im Hochsprung immer noch erste Anwärterinnen auf die Goldmedaille.
Neben den großen internationalen Weltstars von früher wie einen Carl Lewis, Mark Spitz oder einer Kristin Otto gibt es diese absoluten Ausnahmeathleten mit einem Usain Bolt oder Michel Phellps auch heute noch. Sicher sind dies die Aushängeschilder und Publikumsmagneten der Olympischen Spiele, aber ich finde, dass gerade die unbekannten Außenseiter, die den Stars das ein oder andere mal den Rang ablaufen, eine Olympiade
interessant und sehenswert machen.
Andererseits bin ich bei dem olympischen Gedanken „dabei sein ist alles“ manchmal etwas zwiegespalten. Z. B. wenn ein Schwimmer aus einem „Schwimm-Entwicklungsland“ im Vorlauf kurz vor dem Ertrinken ist und dadurch Weltklasseschwimmer aus anderen Ländern zuhause bleiben müssen, weil die Länderkontingente ausgeschöpft sind.

Ähnlich geht es mir bei Dauerthema Doping. Ich kann es langsam nicht mehr hören und es verdirbt einen auch echt den Spaß an manchen Sportarten. Was macht es für einen Sinn, eine positiv getestete Geherin für 4 Wochen zu sperren, damit sie dann
pünktlich zur Olympiade wieder startberechtigt ist, um dann die Goldmedaille zu gewinnen???
Oder heute einen Medaillengewinner von 2008 !! zu sperren, weil man jetzt nachweisen kann, dass er gedopt war. Wie müssen sich die Platzierten fühlen, die acht Jahre später ! eine Medaille zuerkannt bekommen. Selbst wenn sie Anspruch auf Schadenersatz haben, kann das den immateriellen Schaden bei weitem nicht ausgleichen.
Für mich als Laien gibt es hier eigentlich nur zwei Möglichkeiten: entweder generelle Freigabe oder durchgängige Dopingkontrollen durch eine unabhängige Organisation mit lebenslanger Sperre für positiv getestete Athleten.

Insgesamt war mit der Olympiade in Rio zufrieden, auch, im Gegensatz zu den Medien, mit der „Medaillenausbeute“.
Ich habe interessante und spannende Wettkämpfe erlebt. Großartige Sportler/-innen gesehen. Es haben sich auch wahre Dramen wie z. B. Frühstart beim Endlauf oder 10 Sek zu früh gejubelt beim Ringen und dadurch die Medaille verloren, abgespielt.
Es ist schon sehr bitter für den Betroffenen, wenn binnen Sekunden vier Jahre Training und Entbehrungen umsonst waren.

Ich freue mich jetzt schon auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo, auch darauf vielleicht einmal live dabei sein zu können.

Tokyo 2020
Besonders wenn wir wieder berechtigte Medaillen-Hoffnungen im Schwimmen
( Karina😉 ) haben!

Bodensee-Radmarathon

In den beiden vergangenen Jahren hatte ich schon vor, am Bodensee-Radmarathon teilzunehmen.
Irgendetwas kam beide Male dazwischen, aber in diesem Jahr habe ich mich nun angemeldet.
Es gibt drei unterschiedliche Streckenlängen mit der Bronze-Tour über 80 Km oder der Silber-Tour mit 150 Km und die Gold-Tour mit 220 KM.
http://www.bodensee-radmarathon.ch/
Da ich nur als kleines Kind und somit in grauer Vorzeit einmal am Bodensee war und überhaupt keine Erinnerung mehr daran habe, bietet sich die Gold-Tour mit der fast kompletten Umrundung des Bodensees gerade zu an😉 .

Bodensee-Klassiker-Radkarte 94.ai
Die Herausforderung liegt hierbei in der Streckenlänge, denn Zeitvorgaben gibt es nicht und ich selbst mache mir auch keine. Schließlich will ich die Fahrt genießen und möglichst viele Eindrücke von der Gegend mitnehmen.
Das schöne ist, dass man an verschiedenen Stellen in die Tour einsteigen kann. Ich habe mir als Startort Kressbronn  ausgewählt, da dieser am besten und schnellsten von München aus zu erreichen ist.
Das Steckenprofil sieht knapp 1.000 Höhenmeter vor, was auf der Länge von 220 KM
auch für mich😉 gut machbar sein dürfte.
Ausser an einer RTF habe ich bislang noch nicht an einer reinen Radveranstaltung teilgenommen und bin schon sehr gespannt und freue mich darauf. Natürlich werde ich hier davon berichten.

Der Nachbrenneffekt

Ich hatte von erfahrenen Marathonläufern gehört, dass zwei bis drei Wochen nach dem Marathonlauf die beste Zeit für einen schnellen 10 KM-Wettkampf ist.
Ob das auch für die Zeit nach einer Triathlon-LD zutrifft?
Nun ja, letztes Jahr bin ich drei Wochen nach dem IM Frankfurt den 10 KM Rückenwindlauf (ein Charity-Lauf für krebskranke Kinder an dem wir jedes Jahr mit der Firmenlaufgruppe teilnehmen)  in für mich recht guten 48:12 Minuten gelaufen.

Dieses Jahr, zwei Wochen nach der LD in Roth, war ich schon sehr gespannt, wie es diesmal laufen würde.
Ich denke ich war mit ein bisschen schwimmen, radfahren und laufen, just for fun, schon wieder gut regeneriert.

Bei so einem kleinen Laufwettbewerb ist natürlich alles anders als bei einer Tria-Langdistanz. Aber ich finde das gerade dieser krasse Gegensatz die Faszination ist, die unseren Sport ausmacht. Natürlich gab es auch hier einige schnelle Läufer/-innen, aber der Großteil waren doch „normale“ Läufer und für nicht wenige ist so ein 5 oder 10 KM-Wettkampf das Highlight ihrer Saison.
Einfach herrlich und die ganze Familie ist bei diesem Sonntagvormittagsausflug dabei.
Pünktlich zum Start fing es dann auch an leicht zu regnen und mit zunehmender Wettkampfdauer steigerte sich auch der Regen.
Auch wenn ich auf diesem Blog schon manchmal meinen Unmut über das Wetter zum Ausdruck gebracht habe, stört mich der Regen (außer auf der Brille😉 beim Laufen überhaupt nicht und im Wettkampf schon gleich gar nicht.
Den ersten KM war ich dann mit 4:20 min. auch recht flott unterwegs (ich hätte nicht gedacht, dass ich noch so schnell laufen konnte😉 . Aber es lagen ja noch 9 Km vor mir und wenn ich die gut überstehen wollte, sollte ich jetzt auch mal ein wenig den Kopf einschalten.
Man kann noch so erfahren sein und so viele Wettkämpfe gemacht haben aber manchmal gehen mir mir die Pferde durch🙂 .
Bei der kurzen Wendemarke nach ca. 2 KM hatte ich gesehen, dass ein guter Laufkollege noch 200m hinter mir lag und da er eigentlich schneller ist als ich, mich dann bald einholen würde. Als wir das zweite Mal, nun bei ca KM 7, an der Wendemarke vorbei sind, hatte sich der Abstand zwar weiter verringert, aber ich war immer noch vorn. Nur konnte ich mein Tempo nicht weiter forcieren, sondern war froh, es einigermaßen halten zu können und nicht langsamer zu werden. Bei KM 9 war ich immer noch vorn. Dieser Lauf hat komischerweise bei KM 9,7 noch einmal eine Markierung und ich sagte mir, wenn ich bis dahin noch immer vorn war, lasse ich mich einfach nicht mehr überholen😉.
Just an dieser Markierung tippte mir der Kollege auf die Schulter?! Das war für mich das Signal zum Endspurt! Hierbei musste ich feststellen, dass auch 300m sehr lang werden können.
So kam es, dass ich in 47:23 Min durchs Ziel lief und ich dort dem Kollegen noch 30m abnehmen konnte🙂.
So eine Zeit bin ich in diesem Jahrtausend (es waren aber auch nicht viele 10KM-Läufe) noch nicht gelaufen!!! Ich war total happy.
Ein hochwertiges Finishershirt von Salomon gab es auch noch obendrauf.

MEDION Digital Camera

Dem Kollegen brauchte ich aber auch nicht wirklich trösten, da er, ganz Sportsmann, mir sagte, dass er mit letzter Kraft zu mir aufschließen konnte und dann aber auch nicht mehr zulegen konnte. Ich habe ich über mich selbst gewundert, dass, obwohl ich dachte am Limit zu sein, doch noch einmal zulegen konnte.
Wir ließen diesen schönen kleinen, familiären Lauf mit einer zünftigen Brotzeit (etwas, was mir hier in Bayern gut gefällt) ausklingen und ich war erstaunt mittags schon wieder zu Hause zu sein.
Um nochmal auf die Ausgangsaussage zurückzukommen, kann ich nur jedem empfehlen, nach einen Marathon oder einer LD sich einen 5 oder 10 KM-Wettkampf auszusuchen und es dort noch einmal richtig krachen zu lassen. .
Was mich dabei so fasziniert und beeindruckt ist, dass ich obwohl ich in der Vorbereitung für Roth ganz wenig Tempotraining und nur ein paar Steigerungsläufe gemacht habe, so einen für mich schnellen 10er laufen kann.
Interessant wäre es jetzt mal zu probieren, ob man statt der langen Einheiten, mit schnellen 10ern in der Vorbereitung einen Ironman erfolgreich absolvieren kann;-) .

Roth 2016 Teil 2

Aufgrund der ungewöhnlichen Hitze von über 40° letztes Jahr beim IM in Frankfurt konnte ich den Lauf nicht für mögliche Referenzzeiten hernehmen.
Ich wußte aber, dass ich bei meinem ersten Start in Roth vor zwei Jahren die Laufstrecke mit 58 Minuten für die ersten 10 Km viel zu schnell angegangen war.
Dies sollte mir nicht wieder passieren!
Nach dem für mich relativ flotten Wechsel bin ich gut losgelaufen und nach einigen hundert Metern ging es auch recht locker voran.
So locker, dass ich mich schon bald wieder etwas bremsen musste. Das wurde mir dann aber auch zu blöd, wer bremst sich schon gern selber aus😉 . So lies ich die Beine laufen, ( die ersten 10 Km in 56 Min😉 voll in dem Bewusstsein, dass ich dafür hinten heraus bezahlen würde.
Dumm nur, dass es schon ab Km 11 ans bezahlen ging. D. h. ab hier fiel es mir richtig schwer und der Kampf ging los. Aber flexibel wie ich bin, habe ich die Strategie kurzerhand dahingehend umgestellt, dass ich ab jetzt an jeder Verpflegungsstelle halt gemacht habe, um zu gehen und dabei je einen Becher Iso und Wasser zu trinken.
Meine genialen Überlegungen was die Wettkampfernährung betrifft gingen natürlich auch beim Laufen weiter. Der Plan war, nach Bedarf, spätestens aber alle 10 Km ein Gel vom Veranstalter zu mir zu nehmen. An der ersten V-Stelle  war zufällig gerade das Gel ausverkauft, sodass ich einen von diesen komischen Chews genommen habe. Was soll ich sagen, dass Zeug war für mich kaum genießbar.
Die zwei bis zweieinhalb Kilometer von einer Verpflegungsstelle zur anderen kamen mir immer länger vor. Aber ich hatte mir selbst auferlegt, nur innerhalb der V-Stellen selbst zu gehen und bis dahin jeweils immer zu laufen. Das nächst größere Ziel war die Halbmarathonmarke, denn ab dort wusste ich, dass ich zumindest ins Ziel kommen werde. Notfalls auch mit walken.
So spulte ich auch danach Km um Km ab, wenn auch nicht in der Art die ich unter laufen verstehe, aber zumindest nicht gehend! Wieder einmal bekam ich deutlich zu hören, dass nirgends so viel von den Zuschauern gelogen wird, wie auf der Laufstrecke einer Langdistanz. Das ich wirklich noch gut aussah, war schon eine dreiste Lüge🙂


und schlimm war auch, dass sich sogar meine Tochter hier einreihte. Von ihr erhielt ich immer wieder die aufmunternden Worte, dass ich noch unter 13 Std. bleiben würde, wenn ich mich weiter anstrenge. Das war nur wesentlich leichter gesagt als getan! Zwischendurch habe ich an einer Verpflegungsstelle dann doch ein Gel erwischt und…. hätte es sein lassen sollen. Kaum im Mund entwickelte es sich zu einer Konsistenz zu der Kleister im Vergleich echt dünnflüssig ist. Nachdem ich das Gel nur mit sehr viel Wasser hinunterbekommen hatte, hatte sich das mit der „Ernährung“ erledigt und so habe ich beim Marathon eigentlich nur Flüssigkeit, zum Ende hin auch Cola, zu mir genommen.

Ich hatte zwar die Garmin so eingestellt, dass mir die Zeit für jeden Kilometer angezeigt wurde, aber erst bei Km 38 wollte ich auf die Gesamtzeit schauen.
Nachdem die einzelnen Km-Zeiten immer mehr in den Keller fielen, hatte ich nicht mehr viel Hoffnung die 13 Std. Marke zu knacken. Aber auch hier kam Denise wieder ins Spiel und begleitete mich in Roth ca. einen Kilometer beim Laufen. Sie wurde dabei nicht müde, mir klarzumachen, dass es sehr wohl weiter drin war eine Bestzeit und unter 13 Std. zu erreichen. Ein Blick auf die Uhr (nicht dass ich meiner Tochter nicht glauben würde😉 bestätigte dies. Also nochmal alles was drin war mobilisiert und einen langgezogenen „Endspurt“ hingelegt. Dabei auch rücksichtslos zwischen drei Walkern durch, die die gesamte Wegbreite für sich in Anspruch nahmen. Sorry, aber für so etwas habe ich, im Tunnelendspurtmodus,  kein Verständnis.
Beim Zieleinlauf ins Stadion, auf dem roten Teppich, habe ich mein breitestes Lächeln aufgesetzt, mit den Zuschauern kommuniziert, was mit sehr viel Beifall belohnt wurde und bin freudestrahlend ins Ziel gelaufen.
Die Marathonzeit von 4:33 Std. (damit 7 Minuten schneller als vor zwei Jahren) brachte mich auf eine Gesamtzeit von
12 Std 53 Minuten und 36 Sekunden
und das bedeutete eben eine neue Bestzeit😉😉😉 .

Auch wenn andere für diese Zeit nur ein müdes Lächeln überhaben, war ich mega happy und auch Stolz, zum Schluss auch sichtbar, unter den 13 Std. geblieben zu sein.
Danke an die Vielen, die mit dazu beigetragen haben, dass ich das geschafft habe.
Danke an meine Familie, Traingingspartner, Coach Uwe, den Blog-Lesern-/innen mit ihren Kommentaren und natürlich besonderen Dank an meine Tochter Denise und hier wiederhole ich mich gern, für den weltbesten Support.

Fazit: Mit dem Ergebnis hat sich der Aufwand und haben sich auch die Entbehrungen gelohnt. Die Überlegung einen Trainer zur Unterstützung heranzuziehen war offensichtlich richtig, wenn gleich ich hier noch ein wenig skeptisch bin, denn die Pläne bei den anderen drei IM, die ich mir selbst erstellt habe, waren nicht groß anders. Ich hatte wie schon erwähnt, sicher kein perfektes Rennen und nach oben hin ist noch viel Luft (auch wenn ich das nicht unter Beweis stellen werde😉
Insbesondere beim Schwimmen, wo ich in der Vorbereitung doppelt so viele Km geschwommen bin wie sonst, hat sich dies aber nicht positiv auf die Zeit ausgewirkt. An den anderen Ursachen wie Neo, leichte Panik usw. gilt es zu arbeiten. Beim Radfahren, mit annähernd gleicher Km-Vorleistung, ist ein Plateau erreicht, dass ich sicher mit anderen Trainingsschwerpunkte überwinden kann. Ja und beim Laufen möchte ich einfach mal den Marathon ganz normal durchlaufen, was auch bei richtiger Ernährung sicher möglich wäre.

Jetzt ist bis Mitte August erst einmal (aktive) Regeneration (auch mental) angesagt und dann werde ich (laut) darüber nachdenken, welche sportliche Herausforderungen, Wünsche, Ziele und Vorhaben in 2017 anstehen sollen. Bestimmt reichen auch mal ein oder zwei Mitteldistanzen, um dem Triathlon treu zu bleiben😉 Allerdings hat es sich vielleicht dann mit den Langdistanzen wirklich erledigt, wenn man es einmal hat abreißen lassen. Aber nach je zweimal Frankfurt und Roth reizen diese mich nicht mehr so richtig. Allerdings ist mir auch klar, dass ich ohne dem Ziel eine LD zu finishen, zwar weiter regelmäßig gelaufen wäre, aber was radfahren und schwimmen betrifft nur einen kleinen Bruchteil von dem gemacht hätte.

Vielen Dank an Alle die es bis hier geschafft haben mitzulesen. Ihr seid ebenfalls Finisher!
Es bleibt spannend für mich, wie es weiter geht😉 .

Roth 2016

Es war ein langes und wunderbares Wochenende. Stellen wir uns deshalb auf einen etwas längeren Text ein.

Am Freitag haben wir uns gemütlich auf den Weg gemacht und waren nach kurzer entspannter in unserem Domizil in Postbauer-Heng angekommen. Kurz ausgepackt ging es dann gleich weiter zur Registrierung. Es gab mal wieder einen sehr schönen Rucksack (inzwischen habe ich ja einige davon😉 )

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und von dort ging es dann auch weiter zur Nudelparty. Leider haben wir hier verpasst Helge zu treffen , sodass wir uns für den nächsten Tag nochmal verabredet haben. Statt mit Nudeln habe ich das Carboloading diesmal mit Kaiserschmarrn gemacht. Mit Puderzucker, Apfel- und Pflaumenmus sehr lecker😉.

Am Samstag standen dann noch ein paar Termine an. Zuerst haben wir einen Motorroller für Denise ausgeliehen, sie liebt das Rollerfahren, damit sie mich am Sonntag auf der Strecke möglichst oft sehen kann.

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Auf der Messe habe ich mir, wie vor jeder LD, eine Oberrohrtasche besorgt. Fiffig wie ich bin, wollte ich mir dort auch gleich die Riegel für die Radstrecke kaufen. Blöd nur, dass kein Stand mehr die von mir favorisierten „alten“ Powerbar-Riegel hatte. Und nun? Probiert man halt einige aus. Entschieden habe ich mich dann für die Riegel von Squeeze. Eine supoptimale Wahl, wie sich später noch herausstellen sollte.
Merker für mich: Kümmere dich frühzeitig um deine Wettkampfverpflegung.

Weiter ging es mit Roller und Auto zur WZ1 zum Bike Check-In. Der war dann auch problemlos und ruckzuck erledigt. Pünktlich waren wir dann zur Wettkampfbesprechung zurück. Diesmal hat es dann auch geklappt und ich habe Helge und den anderen Frank endlich einmal persönlich kennengelernt. Helge ist so, wie ich sie mir von ihrem Blog vorgestellt hatte. Sie war echt tiefenentspannt. Nach kurzer Unterhaltung und einem gemeinsamen Foto haben wir uns gegenseitig viel Erfolg (für sie) und viel Glück (für mich) gewünscht.
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Vor einem meiner ersten Marathons hatte ich damit angefangen am Vorabend statt der obligatorischen Nudeln eine Pizza zu essen. Der Tradition bis heute folgend haben wir dann noch die Top-Pizzeria in Postbauer-Heng besucht. Man sieht deutlich, dass ich sehr viel Wert auf die Ernährung vor dem Wettkampf lege😉 .

Die Nacht war um 3:45 Uhr vorbei und wir konnten direkt an das reichhaltige Frühstücksbüffet gehen. Extra mit frisch gemachten Power-Milchreis  wie uns der Hotelier versicherte. Schade nur, dass ich am Race Day außer zwei Scheiben Toast nicht mehr frühstücke. Aber morgen früh wird das nachgeholt. Der Weg zum Schwimmstart war, bis auf den kleinen Stau vor dem Parkplatz, problemlos. Vor dem Eingang in die Wechselzone habe ich mich von Denise verabschiedet, die ihre Stellung auf der Kanalbrücke bezog. Als erstes habe ich den roten Beutel mit dem Wechselsachen für Rad deponiert. Anschl. das Rad mit Wasserflaschen und Riegel bestückt. Nochmal die Reifen aufgepumpt und den Tacho auf „0“ gestellt. Jetzt war es auch Zeit den Killerneo anzuziehen und zum Schwimmstart zu gehen.

Nachdem ich vor zwei Jahren noch gut 100 m hinter der Linie war, als der Startschuss ertönte, sollte mir das natürlich nicht nochmal passieren. Also direkt an die Startlinie geschwommen und dann ging es auch los. Und was soll ich sagen…… Die Katastrophe nahm ihren Anfang. Kaum Luft bekommen, leichte Panik und selbst beim Brustschwimmen konnte ich nur schwer atmen. Es wurde ein Mix aus Brust- (mehr) und Kraulschwimmen (weniger). Ich kam überhaupt nicht in den Rhythmus. Das heißt doch, allerdings erst bei der 3.000 m Marke !! Dann ging es auf einmal und ich konnte noch einige Schwimmer wieder einsammeln. Ich bin dann total ärgerlich über mich selbst aus dem Wasser raus und habe mich gedanklich schon von allen möglichen (Best-) Zeiten verabschiedet. Ein Blick auf die Uhr belehrte mich dann allerdings eines Besseren. Mit einer Schwimmzeit von 1:25 Std. lag ich genau im Plan. Wie ging das denn?? Prima, allerdings weiß ich auch, dass ich mind. 10 Minuten schneller schwimmen kann, wenn ich das besser in den Griff bekomme.
Der lange Wechsel aufs Rad war mit 8:41 Min. genau eine Minute langsamer als vor zwei Jahren.  Auf dem Rad wurde ich gleich auf der Kanalbrücke zum ersten Mal von Denise bejubelt und es ging flott auf den ersten Kilometern voran. Kaum war ich drei Kilometer gefahren kam Jan Frodeno an mir vorbeigeschossen. Obwohl ich es versucht habe, konnte ich nicht ganz dran bleiben😉 .
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Jetzt war es Zeit schon mal den ersten halben Riegel zu essen, was insgesamt dann gefühlt eine halbe Stunde gedauert hat und mit sehr viel kauen und Wasser verbunden war. Am Ende des ersten Anstiegs, dem Kalvarienberg, musste zum ersten Mal die Dixietoilette angesteuert werden. Ich wollte nicht in der Walachei anhalten, da dort alle möglichen Gefahren lauern😉 .Ein freundlicher Helfer hielt derweil mein Rad fest, sodass ich zügig wieder aufsteigen konnte.
Der Höhepunkt der Radstrecke ist einfach der Solarer Berg, mit seiner einzigartigen Stimmung und Begeisterung. Die Zuschauer und Fans sind hier völlig aus dem Häuschen und bilden eine Gasse, wo nur ein Fahrer durchkommt. So kam es, dass sogar ich kurz am Berg abbremsen musste, weil die Gasse verstopft war. Unglaublich! Ansonsten verlief das Radfahren recht unspektakulär. Außer natürlich, dass Denise mich unterwegs mehrfach mit dem Plakat angefeuert hat und mich damit gut gepuscht hat.

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Ich bekomme es leider nicht gedreht

Wahrscheinlich durch die ungewohnten Riegel war mein Magen unruhig geworden , etwas was ich sonst gar nicht kenne. Da ich ja ein gutes Örtchen kannte, habe ich vorsichtshalber dort auf der 2. Runde noch einmal angehalten. Der freundliche Helfer war allerdings bereits weg. Kurzerhand hat sich ein Vater mit seinem kleinen Sohn angeboten die Helferrolle zu übernehmen und das Rad für mich festgehalten. Echt toll die Leute an der Strecke.

Einmalig dann auch die Helferin in der 2. Wechselzone. Sie hat fast den ganzen Wechsel allein klar gemacht und zu guter Letzt noch Sonnencreme besorgt und Arme und Gesicht eingecremt. Ich war so begeistert über diesen Service, dass ich glatt vergessen hatte meine Luftpumpe und den zweiten Ersatzschlauch aus dem Trikot zu nehmen. Also noch mal zurück und die Sachen „meiner“ Helferin in die Hand gedrückt. Die diese dann tatsächlich noch in den Wechselbeutel gesteckt hat. So etwas gibt es halt nur in Roth. Die Radzeit war mit 6:42 Std. zwar vier Minuten schneller als vor zwei Jahren, aber bietet natürlich noch deutlich Luft nach oben. Ich war damit weiterhin im Soll. Ich weiß allerdings nicht, wie manche nur 6 Stunden brauchen und unterwegs noch alles mögliche anstellen😉 .
Erstmalig habe ich die Hose und das Trikot nicht gewechselt und mit Unterstützung der tollen Helferin die Wechselzeit von 4 Min. um eine Minute verbessert.

Und dann ging es mit Begeisterungsrufen der Zuschauer auf die Laufstrecke.

Wie es mir hier erging folgt im 2. Teil. J